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Niedersachsen Konzern beschließt Aus für A380
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Konzern beschließt Aus für A380
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18:06 14.02.2019
Ein Airbus A380 fliegt bei einem Demonstrationsflug während der Dubai Air Show. Quelle: dpa
Toulouse

Airbus stellt die Produktion seines Vorzeige-Flugzeugs A380 ein. Die letzte Auslieferung des weltgrößten Passagierjets sei für 2021 geplant, teilte der Konzern am Donnerstag in Toulouse mit. Grund für das Ende des Prestige-Modells ist die schlechte Auftragslage – den Ausschlag gab am Ende eine Abbestellung des Großkunden Emirates. Die Entscheidung sei schmerzhaft, sagte der scheidende Konzernchef Tom Enders in Toulouse: „Aber im Geschäft dürfen wir unsere Entscheidung nicht auf Basis von Gefühlen oder Wünschen treffen, sondern basierend auf Fakten.“

Der doppelstöckige Passagierjet hat Airbus schon länger große Sorgen bereitet. Zuletzt hatte kaum noch eine Fluglinie ein Modell geordert – im Gegenteil: Fluglinien stornierten ihre Bestellungen. Der Boeing-Rivale fuhr die Jahresproduktion des Konkurrenz-Modells 747 von zeitweise bis zu 30 Maschinen auf nur noch sechs Exemplare zurück. Der Trend geht zu zweistrahligen Jets, die sparsamer unterwegs fliegen als viermotorige Maschinen.

Ob das Aus für den A380 Arbeitsplätze kosten wird, ist noch nicht absehbar. Nach Angaben des Konzerns könnten 3500 Stellen vom Ende der Produktion betroffen sein. Man werde in den nächsten Wochen Gespräche mit den Sozialpartnern aufzunehmen, hieß es. Teile des A380 werden an Standorten in Deutschland gefertigt – darunter vor allem Hamburg-Finkenwerder, aber auch etwa in Bremen und Stade. Auch Zulieferer wie die Airbus-Tochter Premium Aerotec produzieren Bauteile. Montiert wird das Flugzeug dann im französischen Toulouse.

Die Gewerkschaft IG Metall hat mit Verständnis auf die Entscheidung von Airbus reagiert. „Es ist schade um den schönen Flieger“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Aber die Entscheidung des Vorstands ist nachvollziehbar, da sich die A380 nicht verkauft.“ Die Beschäftigten hätten an den norddeutschen Standorten durch die Modelle A320, A330 und A350 reichlich Arbeit. Betriebsbedingte Kündigungen seien per Tarifvertrag bis Ende kommenden Jahres ausgeschlossen. „Diese Regelung wollen wir ausbauen und die Beschäftigung langfristig sichern“, sagte Geiken.

Ausgelöst wurde das Ende für den Riesenjet von der arabischen Fluggesellschaft Emirates. Die mit Abstand größte A380-Kundin strich ihre Bestellung um 39 Maschinen zusammen. Nun werden bis 2021 insgesamt noch 17 Maschinen ausgeliefert. 14 davon gehen an Emirates, die dann insgesamt 123 Exemplare des Riesenfliegers bekommen hat. Der A380 fasst bis zu 853 Passagiere, hat eine Reichweite von 15.200 Kilometern und ist gut 72 Meter lang. Seine Flügelspannweite liegt bei knapp 80 Metern. Die Planungen für den A380 begannen 1995, im Jahr 2000 fiel der offizielle Startschuss.

Wirtschaftlich steht Airbus trotz des Scheiterns seines Vorzeigefliegers gut da. Andere Flugzeuge sind sehr beliebt. Die kleineren Maschinen der A320-Familie sind vor allem in ihrer spritsparenden Neuauflage A320neo ein Kassenschlager. Im vergangenen Jahr konnte Airbus einen deutlichen Gewinnsprung erzielen. Unter dem Strich stand 2018 ein Gewinn von rund 3 Milliarden Euro – das waren 29 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Von Julia Naue

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