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Niedersachsen Arbeitsagentur zahlt Nachhilfe für Problemlehrlinge
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Arbeitsagentur zahlt Nachhilfe für Problemlehrlinge
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14:21 16.05.2015
Von Lars Ruzic
Die Arbeitsagenturen in Niedersachsen starten das Projekt „Assistierte Ausbildung“. Quelle: dpa
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Hannover

„Unser Ziel ist, auch den jungen Menschen eine gute berufliche Perspektive zu eröffnen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht die idealen Kandidaten für eine Lehrstelle sind“, sagte Klaus Stietenroth, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit.

Das Projekt „Assistierte Ausbildung“ soll im Sommer zunächst mit landesweit 550 jungen Erwachsenen bis zu einem Alter von 25 Jahren beginnen. Es ist befristet bis zum Jahr 2018. Deutschlandweit will die Bundesagentur für Arbeit mit der Initiative 10 000 Menschen unterstützen. Zum Paket gehören etwa bis zu neun Stunden Nachhilfe in der Woche neben der Arbeitszeit. Bei Lehrlingen mit persönlichen oder familiären Problemen sollen Sozialarbeiter den Auszubildenden helfen oder Streits schlichten. Der Assistent ist gleichzeitig ein Ansprechpartner für den Betrieb.

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Die infrage kommenden Jugendlichen kennen die Arbeitsagenturen und Jobcenter am Ort in der Regel am besten. Entsprechend haben sie bereits eine Vorauswahl getroffen - vor allem unter Jugendlichen, die noch immer ohne Ausbildungsplatz dastehen. Es könnten sich jedoch auch Betriebe an die Agenturen wenden, die sich um das Weiterkommen ihrer Lehrlinge Sorgen machten, heißt es bei der Regionaldirektion. Nach Abschluss des letzten Ausbildungsjahres im vergangenen Herbst blieben allein in Niedersachsen 2250 Jugendliche ohne Stelle und Alternative.

Mit den Coaches wollen die Arbeitsagenturen auch den Unternehmern die Sorge nehmen, dass ihre Lehrlinge die Ausbildung abbrechen oder bei den Prüfungen durchfallen könnten. Gleichzeitig haben die Jobvermittler die Erfahrung gemacht, dass beispielsweise Qualifikationsmaßnahmen bei überbetrieblichen Institutionen mit dem Renommee einer Lehre in einem Unternehmen nicht mithalten können. „Ein Berufsabschluss im Betrieb erhöht die Chancen, sofort auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, sagte Stietenroth.

Deshalb schließen bei diesem Modell Betrieb und Jugendlicher einen normalen Ausbildungsvertrag; auch die Bezahlung übernimmt der Arbeitgeber. Die Agenturen tragen die Kosten für die Coaches. In Ausnahmefällen sind berufsvorbereitende Maßnahmen möglich, die bis zu sechs Monate dauern können.

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