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Niedersachsen Asien und Autokonjunktur bringen Continental in Schwung
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Asien und Autokonjunktur bringen Continental in Schwung
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23:01 03.11.2010
Das Geschäft beim Autozulieferer Continental läufts wieder rund. Quelle: HAZ
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Im aktuellen Autoboom halten die Prognosen nur noch für wenige Monate: Zum dritten Mal seit Jahresbeginn hat Continental gestern seine Prognose für 2010 heraufgesetzt. Der hannoversche Zulieferer erwartet nun mehr als 25 Milliarden Euro Umsatz und würde damit im ersten Jahr nach der Krise schon wieder den Rekord von 2008 übertreffen. Auch die Gewinnmarge soll größer ausfallen als bisher erwartet. „Continental kehrt schrittweise zu früherer Stärke zurück“, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart.

In den ersten neun Monaten hat der Konzern 19,1 Milliarden Euro umgesetzt, ein Drittel mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 1,4 Milliarden Euro, nachdem vor einem Jahr noch ein Verlust in ähnlicher Höhe fällig war. Wegen steuerlicher Effekte und hoher Zinslasten blieben unterm Strich allerdings nur 363 Millionen Euro. Entsprechend bleibt der Konzern trotz der deutlichen Verbesserung bei seiner Entscheidung, für 2010 keine Dividende zu zahlen.

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Noch habe der Konzern seine frühere Stärke nicht überall erreicht, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer dieser Zeitung: „Es geht langsam in die Richtung.“ Die stärksten Impulse kämen aus China, Brasilien, Russland und Indien. Nordamerika entwickele sich ebenfalls positiv, Europa bleibe zumindest stabil. An diesem Trend werde sich auch im nächsten Jahr nichts ändern. Allein in Deutschland habe Conti seit Jahresbeginn 2000 zusätzliche Mitarbeiter an Bord geholt, größtenteils Leiharbeiter.

Alle Konzernsparten haben ihren Umsatz um deutlich mehr als 20 Prozent gesteigert, mit Ausnahme des Bereichs Powertrain werden wieder überall schwarze Zahlen geschrieben. Glanzstück bleiben die Pkw-Reifen mit einer Umsatzrendite von fast 17 Prozent.

Schäfer verwies auf die drastisch gestiegenen Rohstoffpreise, vor allem bei Kautschuk, die den Konzern allein in diesem Jahr mit 450 Millionen Euro belasteten. Unter diesen Vorzeichen sei das Ergebnis der Gummisparte „eine tolle Leistung und verdient jeden Respekt“. Allerdings blieben die „extrem volatilen“ Kautschukpreise ein Unsicherheitsfaktor. Die nächsten Preiserhöhungen bei Reifen hat der Konzern bereits angekündigt.

Auch beim Schuldenmanagement komme Conti voran. Die Netto-Finanzschulden, im vergangenen Herbst noch bei 9 Milliarden Euro, sollen bis Jahresende auf 7,6 bis 7,7 Milliarden Euro sinken. Mit vier Anleihen über insgesamt 3 Milliarden Euro wurden zudem die Fälligkeiten entzerrt. Ob im nächsten Jahr weitere Anleihen zur Ablösung von Bankkrediten begeben werden, wolle man von Fall zu Fall entscheiden, sagte Schäfer.

Stefan Winter

Der Artikel wurde erneut aktualisiert.

Jens Heitmann 02.11.2010