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Niedersachsen Autozulieferer ZF bleibt in der Spur
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Autozulieferer ZF bleibt in der Spur
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06:15 18.06.2012
Von Lars Ruzic
„Für die Standorte am Dümmer mache ich mir keine Sorgen“: ZF-Produktion in Damme. Quelle: HAZ
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Hannover

Zuwächse in Nordamerika, Asien und Russland würden das Minus auf dem Heimatmarkt mehr als ausgleichen, sagte ZF-Vorstand Reinhard Buhl am Donnerstag. Insgesamt rechnet die größte Division des ZF-Konzerns, die vom Dümmer aus gesteuert wird, für 2012 mit einem Umsatzplus von 10 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro.

Gleichwohl: „Die Flaute in Europa kommt bei uns in den ersten Werken an“, berichtete der Divisionschef. In Frankreich und der Slowakei werde man möglicherweise über den Abbau von Leiharbeitern nachdenken müssen. Die Einbrüche beträfen vor allem Hersteller kleinerer Fahrzeuge. Die vornehmlich im höherpreisigen Segment vertretenen deutschen Autobauer seien weniger betroffen – und damit auch nicht die heimischen ZF-Werke. „Für die Standorte am Dümmer mache ich mir keine Sorgen“, sagte Buhl. Zwar werde es in der Produktion in diesem Jahr keinen weiteren Personalaufbau geben – aber die Werke seien immer noch bestens ausgelastet.

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Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Beschäftigten in den acht Standorten rund um den Dümmer um 240 auf 4253 aufgestockt worden. Im Westen Niedersachsens wurden 1,1 Milliarden Euro erwirtschaftet, wobei nicht alles auf Buhls Division entfällt. Die einstige Lemförder Fahrwerktechnik produziert in Damme, Diepholz, Dielingen und Wagenfeld beispielsweise Spurstangen, Lenker, Gummi-Metall-Komponenten, Schaltsysteme und Lkw-Teile. ZF Friedrichshafen ist nach Bosch und Continental der drittgrößte deutsche Autozulieferer und befindet sich in Stiftungsbesitz.

Im vergangenen Jahr wuchs der Konzernumsatz um ein Fünftel auf 15,5 Milliarden Euro. Im gleichen Ausmaß hatte auch die Division Fahrwerktechnik auf 4,3 Milliarden Euro zulegen können. Bei der Rentabilität liegen die Westniedersachsen allerdings unter dem Konzernschnitt von 5 Prozent. Gestiegene Rohstoff- und Energiekosten habe man nur bedingt an die Kunden weitergeben können, sagte Buhl.

Mehr als 20.000 Mitarbeiter weltweit werden von Dielingen aus geführt. Ihre Zahl soll in diesem Jahr um fast 1000 steigen – vor allem in Asien. So entsteht derzeit ein neues Werk für Achssysteme in Peking. Das Geschäftsfeld erweist sich derzeit als größter Wachstumsmotor der ZF Fahrwerktechnik. Allein im vergangenen Jahr legten die Erlöse um mehr als 40 Prozent auf gut 1,7 Milliarden Euro zu. Bis 2015 sollen sie sich auf gut 3 Milliarden Euro nahezu verdoppeln. Man habe diverse große Aufträge an Land ziehen können, so Buhl - allerdings vornehmlich in Nordamerika und Asien. In Deutschland bauen die Hersteller ihre Achssysteme vorwiegend noch selbst, deshalb lohne sich hier kein neues ZF-Achswerk.

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