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Niedersachsen Der Herr der Kekse: Werner M. Bahlsen wird 70
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00:19 15.04.2019
„Ich werde jedenfalls nicht zu Hause sitzen und die Füße hochlegen“: Werner M. Bahlsen mit dem goldenen Keks, der 2013 vor dem Firmensitz in Hannover gestohlen worden war. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Sein Name steht für Tradition ebenso wie Innovation: Werner M. Bahlsen leitete jahrzehntelang einen der weltweit bekanntesten Gebäckhersteller. Kurz vor dem 130-jährigen Unternehmensjubiläum feiert Bahlsen an diesem Sonnabend seinen 70. Geburtstag. „Ich werde mit meiner Familie in einem Landgasthof in der Heide gemütlich essen gehen“, kündigt er an.

Bald ist er seit einem Jahr raus aus der operativen Unternehmensführung: Im Vorjahr hat er das Alltagsgeschäft kurz nach seinem 69. Geburtstag einem Managerteam übertragen. „Ich denke, das war ein wichtiger und richtiger Schritt“, sagt er heute. Freiwillig loszulassen, sich zurückzunehmen, das ist für Familienunternehmer auch heute noch etwas Besonderes. Zu Bahlsen aber passt es: Er tritt leise auf, statt zu poltern, setzt mehr auf Berater als auf Alleingänge, hält Neugierde für die wichtigste Tugend der Bahlsens.

Keine klassische Unternehmensnachfolge

Im Traditionsunternehmen aus Hannover ist nun kein Familienmitglied mehr fürs operative Geschäft zuständig. Bahlsen, der in seiner Freizeit Cello spielt, will seinen vier Kindern Zeit zum Entwickeln geben. „Es ist nicht die klassische Unternehmensnachfolge: Der Alte geht raus und jetzt kommt der Sohn oder die Tochter rein“, meint er.

Seine Kinder haben unterschiedliche Interessen: Der eine Sohn ist Berater, der andere entwickelt digitale Strategien. Die jüngste Tochter ist Fotografin. Ihre Schwester Verena betreibt in Berlin den Bahlsen-Ableger „Hermann’s“, benannt nach ihrem Urgroßvater; ein Restaurant, das auch als Zukunftslabor für gesundes Essen und Treffpunkt der Food-Szene dient.

Ihr Vater hält das für konsequent: „Bahlsen hat immer die Fähigkeit gehabt, sich weiterzuentwickeln, das war nicht nur in meiner Generation so. Wir sind jetzt intensiv dabei, uns mit zwei, drei Start-ups in völlig neue Sphären zu begeben.“ (Lesen Sie hier: Bahlsen gründet neues Start-up) Er selbst hat vor 20 Jahren mit dem Pick-up-Riegel einen wichtigen Umsatztreiber ins Sortiment eingeführt.

Die Neugier bleibt

Heute denkt Bahlsen als Vorsitzender des Verwaltungsrates über die mittel- und langfristige Ausrichtung nach, während das Managerteam das operative Geschäft lenkt. Bei seinem Abschied hatte er erklärt: „Ich will es nicht so machen wie mein Vater, der bis 80 noch ins Büro gegangen ist.“

Der hatte Bahlsen einst zu einem Weltunternehmen gemacht, nachdem wiederum sein Vater 1889 eine Keksfabrik in Hannover gegründet und den Leibniz-Keks entwickelt hatte. „Den Leibniz-Keks wird es auch noch in zehn Jahren geben, aber wir müssen uns weiterentwickeln“, betont nun Werner M. Bahlsen.

Wie er sich nun das Leben mit 70 vorstellt? Ein paar Aufgaben wie den Vorsitz des CDU-Wirtschaftsrates werde er abgeben, sagt er. Er sei aber stets neugierig gewesen und sei es noch immer: „Es gibt so viele spannende Dinge auf der Welt, die darauf warten, angegangen zu werden: Ich werde jedenfalls nicht zu Hause sitzen und die Füße hochlegen.“

Von Ralf E. Krüger und Christian Wölbert

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