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Niedersachsen Bahlsen will schneller werden
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Bahlsen will schneller werden
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19:13 22.05.2015
Von Lars Ruzic
Die Produktion läuft derzeit oft rund um die Uhr. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Nichts währt ewig, nicht einmal bei Bahlsen. Gerade haben sie im Stammhaus das Unternehmenslogo überarbeitet - und die TET-Hieroglyphe für „ewig lebend“ entfernt.

Viel grundlegender sind aber die Veränderungen hinter den gewaltigen Steinmauern der hannoverschen Firmenzentrale. Das zentralistisch und patriarchalisch geführte Unternehmen hat sich eine Holdingstruktur gegeben und das operative Geschäft auf die Landesgesellschaften verlagert. Firmenchef Werner Michael Bahlsen sitzt zwar immer noch an der Spitze des Konzerns, hat aber das Tagesgeschäft weitgehend abgegeben.

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Dezentralisierung soll das Geschäft beschleunigen

„Dass der Inhaber bei der Dezentralisierung vorangehen würde, hat hier anfangs keiner glauben wollen“, erinnert sich Michael Hähnel. Der gebürtige Göttinger ist eine zentrale Figur dieses Prozesses. Vor anderthalb Jahren holte ihn Bahlsen von Beiersdorf, um das deutsche Geschäft zu führen. Deutschland bildete immer Herz und Kopf von Bahlsen, nun ist es eine Ländergesellschaft wie Polen, Österreich oder Großbritannien. „Für viele in der Truppe war das anfangs schwer nachzuvollziehen“, räumt Hähnel ein. Das galt vor allem für das Stammhaus, wo nur noch 60 der 250 Beschäftigten den Konzern steuern, 190 Mitarbeiter sind jetzt dem Export oder der deutschen Geschäftseinheit zugeordnet.

Sechs Monate von der Idee zum fertigen Produkt 

Der Deutschland-Chef sieht darin nur Vorteile. „Wir können in der Landesgesellschaft nun agieren wie Unternehmer“, sagt er. „Die Dinge lassen sich unglaublich beschleunigen - einfach, weil wir über Ressortgrenzen hinweg miteinander reden.“ Das war bei Bahlsen nicht überall der Fall. Marketing und Vertrieb zum Beispiel, hätten eher wie Silos nebeneinander gestanden. Und an Neuentwicklungen forschte man gern gründlich. Als sie den eigenen hohen Ansprüchen genügten, waren sie oft entweder zu teuer oder wurden zum Flop. Künftig sollen von der ersten Idee bis zum Verkaufsstart im Handel im Idealfall nur noch sechs Monate vergehen.

PickUP für MC Donalds

Bahlsen auf Eis: Bahlsen hat eine Kooperation mit der Fastfoodkette McDonald’s geschlossen. Der Kekskonzern liefert für vier Monate die Beigaben zum Milcheis der Burgerbräter: Kekse, Schokostücke und Saucen für drei Geschmacksrichtungen von McFlurry kommen aus dem Werk in Barsinghausen. „Es ist fast schon ein Ritterschlag, da reinzukommen“, sagte Deutschlandchef Michael Hähnel. Über die Zusammenarbeit vermarkten die Hannoveraner ihren Keksriegel Pickup.

Beide Marken hätten die gleiche Zielgruppe, so Hähnel. Die in dieser Woche startete Kooperation umfasst auch TV-Spots und Nutzung der McDonald’s-Werbemittel in den Restaurants. Allein dadurch entstünden 800 Millionen Kontakte zur Zielgruppe, berichtete der Bahlsen-Manager. Für die Ware aus Barsinghausen zahle McDonald’s gleichwohl. Die Burgerkette hat derzeit mit Umsatzrückgängen zu kämpfen und experimentiert mit einer Vielzahl neuer Produkte. Bei McFlurry hatte der Konzern schon mit anderen Riegelherstellern kooperiert. Standardmäßig ist das Eis mit Smarties zu haben. lr

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