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Niedersachsen Bahnchef Grube sucht Dialog mit Bürgern
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Bahnchef Grube sucht Dialog mit Bürgern
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12:31 06.06.2012
Von Dirk Stelzl
Bahnchef Rüdiger Grube berichtet beim „Industrie-Club“ von schwierigen Aufgaben bei der Bahn. Quelle: Steiner
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Hannover

Möglichst noch in diesem Sommer will sich Grube in Walsrode mit Bürgern treffen und mit ihnen über die Bahntrasse diskutieren. Er wolle „aus erster Hand“ erfahren, welche Bedenken es gegen das Projekt gebe, sagte Grube dieser Zeitung. Mit solchen Bürgerdialogen habe er im Zusammenhang mit dem Ausbau der Rheintalstrecke in Baden-Württemberg gute Erfahrungen gemacht. Damit will die Bahn die Debatten über solche großen Infrastrukturprojekte etwas entschärfen.

Ob die Y-Trasse zwischen Hannover, Hamburg und Bremen wie bisher vorgesehen verwirklicht wird, ist nach Grubes Angaben offen. Da es bei dem Projekt – anders als bei „Stuttgart 21“ keinen Planfeststellungsbeschluss gebe, „können wir noch über alles reden“, sagte er. Die Bahn prüfe im Auftrag des für die Finanzierung solcher Projekte zuständigen Bundes sowohl den Bau der Y-Trasse als auch eine „Ertüchtigung“ bestehender Bahnstrecken. Mit Ergebnissen dieser Untersuchung rechnet das Unternehmen für das erste Quartal 2013.

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Bereits vor einigen Wochen hatte Grube erklärt, dass die Trasse „so, wie sie ursprünglich einmal geplant worden ist“, zunächst auf Eis gelegt worden sei. Schon zuvor hatte sich abgezeichnet, dass wegen fehlender Mittel des Bundes in den nächsten Jahren nicht mit einem Baubeginn zu rechnen ist.

Kritiker wie der Verkehrsclub Deutschland (VCD) zweifeln ohnehin am Nutzen der von der Landesregierung gewünschten Y-Trasse und halten es für sinnvoller, stattdessen in den Ausbau bisheriger Strecken zu investieren. Durch die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke soll nach den bisherigen Überlegungen auch die Hinterlandanbindung der Seehäfen verbessert werden. Neben Personen- sollen dort auch Güterzüge fahren. Zudem sollen durch die Y-Trasse auf den bereits bestehenden Strecken Kapazitäten für Güterzüge frei werden.

Bei einer Veranstaltung des „Industrie-Clubs Hannover“ hob Grube hervor, dass die Schieneninfrastruktur im Norden dringend ausgebaut werden müsse, um den stark wachsenden Güterverkehr gerade von und zu den Seehäfen bewältigen zu können. Besonders der Bahnhof in Hannover sei ein „Flaschenhals“.

Beim geplanten „Mega-Hub“ in Lehrte will Grube schnell vorankommen. Die Finanzierungsvereinbarung soll nach Angaben der Bahn „in Kürze“ unterzeichnet werden. Der rund 100 Millionen Euro teure Güterumschlagbahnhof solle im Jahr 2014 fertig sein, sagte der Bahnchef. Sein Unternehmen will bald die Krananlagen in Auftrag geben und im kommenden Jahr mit dem Ausbau der Schienen beginnen.

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