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Niedersachsen Bauunternehmer Papenburg verlagert Stellen nach Halle
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Bauunternehmer Papenburg verlagert Stellen nach Halle
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09:32 04.06.2009
Von Dirk Stelzl
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Papenburg begründet dies mit wirtschaftlichen Gründen, aber auch seiner Enttäuschung über Stadt und Region Hannover sowie die niedersächsische Landesregierung. Dies wiederum ist auf einen Streit über die TUI-Arena zurückzuführen, in die er investiert hat. Die Region verlangt von der TUI-Arena ungefähr 2,5 Millionen Euro Genussscheinkapital zurück, das für die Veranstaltungshalle auf dem Expo-Gelände bereitgestellt worden war.

Die Firmengruppe wolle die Verwaltung seiner Baubetriebe in Halle konzentrieren, sagte Papenburg am Mittwoch. Dort hat Papenburg seit Langem eine Niederlassung. Im Raum Halle hat Papenburg bereits rund 1000 Beschäftigte. Weitere etwa 1000 Mitarbeiter sind an anderen Standorten in den neuen Bundesländern tätig.

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Nach der Tochter Schuppertbau sollten noch in diesem Jahr auch die Verwaltung der Papenburg Verkehrswegebau und der Firma Mölders Baugesellschaft von Hannover an die Saale verlegt werden, sagte der Unternehmer. Die Produktionsstätten blieben hier. Wie viele Beschäftigte ihre Stelle verlieren werden und wie vielen ein Arbeitsplatz in Halle angeboten werde, konnte Papenburg nicht sagen. Darüber würden Gespräche mit dem Betriebsrat geführt.

Ein Unternehmer gehe dahin, wo er willkommen sei, sagte Papenburg - und brachte damit seine Enttäuschung über die hiesige Verwaltung zum Ausdruck. „Warum soll man sich herumärgern?“ Papenburg fühlt sich in der Auseinandersetzung über die TUI-Arena alleingelassen und kritisierte, dass Versprechen nicht gehalten worden seien. Die Arena habe in den vergangenen acht Jahren etwa 30 Millionen Euro Steuern und Angaben an Land, Region und Stadt gezahlt. Angesichts dessen hat der Bauunternehmer wenig Verständnis, dass die Region „in diesen schwierigen Zeiten“ rund 2,5 Millionen Euro zurückfordert, die ihre Vorgängerbehörde seinerzeit für die Veranstaltungshalle eingebracht hatte. Im vergangenen Dezember musste Papenburg in dem Streit eine Niederlage vor dem Landgericht Hannover hinnehmen. Die zweite Zivilkammer entschied, dass das Geld zurückgezahlt werden müsse.

„Natürlich bedauern wir, wenn ein Unternehmen Niedersachsen verlässt“, betonte die Region Hannover am Mittwoch. „Aber Herr Papenburg hat den Schwerpunkt seiner Aktivitäten bereits vor einiger Zeit nach Halle und in die neuen Bundesländer verlagert. Die Region Hannover wäre von einer weiteren Verlagerung nur unwesentlich tangiert.“ Die Landesregierung sah keinen Grund, warum Papenburg über sie verärgert sein sollte. Ein Sprecher der Regierung wies darauf hin, dass beim Thema TUI-Arena die Zuständigkeit des Landes „begrenzt“ sei.