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Niedersachsen Bei Nordzucker fällt die Dividende aus
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Bei Nordzucker fällt die Dividende aus
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22:20 26.05.2010
Von Carola Böse-Fischer
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Es gebe nichts zu verteilen, sagte Hartwig Fuchs. Trotz überdurchschnittlicher Rübenkampagne habe Nordzucker ein schlechtes Jahr hinter sich. Unter dem Strich stand ein Verlust von gut 10 Millionen Euro. Schon im Jahr zuvor war der Überschuss um über 45 Prozent auf 43,8 Millionen Euro eingebrochen und die Dividende von 0,48 auf 0,22 Euro je Anteilsschein mehr als halbiert worden. Vor Steuern und Zinsen wies der Konzern ein Ergebnis von 66 Millionen Euro aus, nach 79 Millionen Euro im Vorjahr.

Das vergangene Geschäftsjahr soll ein Ausrutscher gewesen sein. Schon 2010/11 soll Europas zweitgrößer Zuckerhersteller wieder einen Gewinn „etwa auf dem Niveau von 2008/09“ einfahren. Einen erheblichen Beitrag dazu verspricht sich Fuchs bereits durch das Kostensenkungsprogramm „Ertragskraft plus“, das seine volle Wirkung erst ab 2014/15 mit einem „dauerhaften Einsparvolumen“ von 67 Millionen Euro jährlich entfalten werde. Darin enthalten ist der „sozialverträgliche Abbau“ von 300 Arbeitsplätzen, davon 87 in Deutschland, den der frühere Chef des Agrarhandelshauses Toepfer schon zwei Wochen nach seinem Amtsantritt angekündigt hatte.

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Zudem wird es laut Fuchs 2010/11 keine „Sondereffekte“ geben, die für den Verlust im Vorjahr verantwortlich gemacht wurden. Dazu zählten nach Angaben von Finanzchef Michael Noth neben der Rückführung des Vertriebs in Eigenregie, die eine einstellige Millionensumme gekostet habe, buchhalterische Effekte aus der Übernahme der Danisco-Zuckersparte (Nordic Sugar) in Höhe eines „deutlich zweistelligen Millionenbetrages“ sowie die „Bereinigung des Beteiligungsportfolios“ mit einer „knapp zweistelligen Millionensumme“. Dahinter verbirgt sich der Verkauf des glücklosen Serbien-Engagements, bei dem Nordzucker seit dem Einstieg vor erst drei Jahren einen „signifikanten zweistelligen Millionenbetrag“ verloren hat, wie der Konzernchef sagte.

Als „strategisch richtigen Schritt“ bezeichnete Fuchs dagegen die Entscheidung seines Vorgängers, Nordic Sugar zu übernehmen. Damit habe Nordzucker ein „attraktives Absatzgebiet in Nordeuropa“ hinzugewonnen. Dank der neuen Tochter erhöhte sich der Konzernumsatz 2009/10 von 1,2 auf 1,8 Milliarden Euro. Auf Nordic Sugar entfallen zwei Fünftel der Erlöse. Ohne den Neuerwerb wäre der Umsatz wegen der geringeren Referenzpreise infolge der EU-Zuckermarktreform um knapp 10 Prozent niedriger ausgefallen, wie Fuchs sagte.

Für 2010/11 rechnet der Konzernchef mit einem Umsatzrückgang auf 1,6 Milliarden Euro. Zum einen falle Serbien weg, zum anderen dürften die Exporte zurückgehen, da wieder normale Ernten vor allem in Brasilien und Indien, das 2009/10 größter Zuckernachfrager gewesen sei, zu erwarten seien. Sorgenkind bleibt die Tochter fuel 21 mit ihrer Bioethanolproduktion. Sie arbeitet laut Fuchs zwar effizient. Aber niedrige Ethanolpreise hätten bei einem Umsatz von 73 Millionen Euro erneut einen Verlust von 3 Millionen Euro verursacht, nach allerdings noch 9 Millionen Euro im Vorjahr.

Bernd Haase 26.05.2010
Dirk Stelzl 26.05.2010