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Niedersachsen Betriebsrat sieht VWN-Werk Hannover über Jahre gesichert
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Betriebsrat sieht VWN-Werk Hannover über Jahre gesichert
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08:41 07.12.2010
Fertigung der Porsche-Karosse in Hannover: Der Standort ist in den kommenden Jahren ausreichend ausgelastet. Quelle: Frank Wilde
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Der Betriebsrat von Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) rechnet damit, dass der für Hannover geplante Pick-up Amarok Arbeit für mehr als 1000 der 12 000 Beschäftigten schafft und den Standort über Jahre sichert. „Die Fabrik ist jetzt richtig gut aufgestellt“, sagte VWN-Betriebsratschef Thomas Zwiebler im Vorfeld der heutigen Betriebsversammlung. Hannover werde mit der Transporterfamilie, dem Amarok und den Porsche-Karossen „auf längere Sicht gut ausgelastet“ sein.

Schon im zu Ende gehenden Jahr hat sich die Lage für das VWN-Stammwerk nach und nach verbessert. Seit Oktober würde sogar wieder am Sonnabend gearbeitet, sagte Zwiebler. Der Ausstoß werde auf 130 000 Fahrzeuge steigen, für 2011 sei bislang eine leichte Steigerung um 5000 bis 10 000 Einheiten geplant. „Im Moment haben wir ein ordentliches Auftragspolster.“ Im Krisenjahr 2009 hatte Hannover – auch weil die Abwrackprämie keine Auswirkungen auf die Transporterverkäufe hatte – erstmals seit Jahrzehnten die 100 000er-Marke verfehlt.

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Der Amarok soll von 2012 an jährlich rund 40 000-mal produziert werden. Direkt mit dem Auto verbunden sind Investitionen von mehr als 120 Millionen Euro am Standort. Noch sei man mit dem Unternehmen im Gespräch über die Fertigungstiefe, berichtete Zwiebler. Bereits klar ist, dass der Amarok komplett in Hannover gebaut wird – also nicht nur Einzelteile des Amarok-Hauptwerks im argentinischen Pacheco hier endmontiert werden. Jedoch gebe es auch bei der Komplettfertigung noch unterschiedliche Ausprägungen, so Zwiebler. „Wir wollen eine ähnliche Fertigungstiefe wie beim Transporter erreichen“, sagte der 45-Jährige.

Für die Produktion des Pritschenwagens würden schon jetzt Flächen im Werk freigeräumt, berichtete der Betriebsratschef. Schließlich gebe es einen ambitionierten Zeitplan. „Anfang 2012 müssen die ersten Autos vom Band kommen.“ Die Arbeitnehmervertreter sehen gute Chancen, mit den Amarok-Investitionen auch die Arbeitsbedingungen in der Fabrik zu verbessern. So böten die Taktzahlen beim neuen Auto eine größere Bandbreite von Tätigkeiten für die Mitarbeiter.

Für den Wagen seien 4-Minuten-Takte vorgesehen, beim Transporter haben die Beschäftigten für ihren Arbeitsschritt mitunter nicht einmal halb so viel Zeit. Geplant seien unter anderem altersgemischte Teams, die sich weitgehend selbst organisieren. Bereits jetzt hat das Unternehmen ein „internes Arbeitsamt“ eingerichtet für Mitarbeiter, die vom Strukturwandel auf dem Standort betroffen sind. Einige von ihnen müssten zunächst an die eine oder andere Zwischenstation vermittelt werden, bevor sie 2012 wieder einen festen Platz am Amarok-Band finden.

Der Pick-up wurde ursprünglich für die Wachstumsmärkte der Welt entwickelt. Dort erfreut sich das Modell jedoch schon im Jahr des Starts großer Beliebtheit. Volkswagen rechnet deshalb damit, dass Pacheco schon 2012 an der Kapazitätsgrenze arbeiten wird. Hannover soll deshalb künftig die Produktion der – meist höherwertigen – Fahrzeuge für Europa einschließlich Russland, aber auch für den australischen Kontinent übernehmen.

Lars Ruzic

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