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Niedersachsen Bezahlen an der Kasse mit einem Funkchip
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Bezahlen an der Kasse mit einem Funkchip
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18:00 14.03.2012
Von Dirk Stelzl
Foto: Zufrieden mit 2011: Volksbank-Chef Jürgen Wache.
Zufrieden mit 2011: Volksbank-Chef Jürgen Wache.
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Hannover

Die Bank beteiligt sich – wie auch die Sparkasse Hannover – an einem Projektversuch der Kreditwirtschaft zum kontaktlosen Bezahlen ("Girogo"). Dabei können Kunden bei Edeka, Douglas, Thalia, Christ und Esso mit ihrer "Girogo"-Karte Beträge bis zu 20 Euro bargeldlos bezahlen. Sie müssen nur die mit einem speziellen Chip ausgestattete Karte vor ein Lesegerät halten, ohne ihre Geheimzahl eingeben oder unterschreiben zu müssen.

Die Karten können an Geldautomaten oder an bestimmten Terminals im Handel aufgeladen werden. Teilnehmen an dem Feldversuch können Volksbank-Kunden, die eine neue Bankkarte mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2015 haben. Wer die Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens nutzen könne, sei darüber informiert worden, sagte Vorstandsprecher Jürgen Wache am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz des Instituts in Hannover.

Durch das vergangene Jahr ist die Volksbank nach eigenen Angaben "erfolgreich gesteuert". "Sie sehen uns beide ganz entspannt und freudig hier sitzen", sagte Wache neben seinem Vorstandskollegen Gerhard Oppermann. Die Volks- und Raiffeisenbanken seien ein "Stabilitätsanker" in der deutschen Bankenlandschaft. Dies zeige sich auch daran, dass die Ratingagentur Standard & Poor’s die genossenschaftliche Bankengruppe von der Note A+ auf AA- hochgestuft habe.

Das hannoversche Institut erwirtschaftete einen Überschuss von 12,42 Millionen Euro. Dies bedeutet ein leichtes Minus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die inzwischen mehr als 105.000 Mitglieder sollen eine Dividende von 5,5 Prozent bekommen. Außerdem wurde das Kapital der 2010 aus Anlass des 150-jährigen Bestehens des Instituts gegründeten "Stiftung Hannoversche Volksbank" um 500.000 auf eine Million Euro erhöht.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung stieg um fast 12 Prozent auf 47,3 Millionen Euro. Dazu trug auch ein Rückgang der Personalkosten um 6 Prozent auf 52,3 Millionen Euro bei. Im Vorjahr war der Personalaufwand höher ausgefallen, weil die Beschäftigten eine Jubiläumsgratifikation bekommen hatten. Die Volksbank beschäftigt 960 Mitarbeiter.

Der Zinsüberschuss legte um knapp ein Prozent auf 108,2 Millionen Euro zu. Angesichts der Marktturbulenzen wegen der Euro-Staatsschuldenkrise fielen jedoch Wertberichtigungen bei den Wertpapieranlagen an - was den Gewinn drückte.

Das Kreditgeschäft legte um mehr als 6 Prozent auf 2,73 Milliarden Euro zu. Die Kundeneinlagen kletterten um knapp 2 Prozent auf 2,97 Milliarden Euro. Anders als manche Geldinstitute im Euro-Raum habe die Volksbank keine Probleme bei der Versorgung mit Liquidität, erklärte Wache. Die Hannoveraner hätten es sich sogar leisten können, zum Bilanzstichtag auf Tagesgeld institutioneller Anleger zu verzichten. Rund 4200 neue Mitglieder konnte die Bank gewinnen - nach fast 4500 im Vorjahr.

Auch für das laufende Jahr ist das Geldinstitut recht zuversichtlich. Da die Konjunkturaussichten trüber geworden sind, dämpft es aber zu hohe Erwartungen. Das Ergebnis werde "maximal auf Vorjahreshöhe" liegen.

Albrecht Scheuermann 14.03.2012
Albrecht Scheuermann 14.03.2012