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Niedersachsen Reisekonzern aus Hannover: Tui-Gewinn bricht massiv ein
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen

Boeing 737 Max: Wegen Flugverbots bricht Tui-Gewinn massiv ein 

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14:02 13.08.2019
Die Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max dürfen seit den Abstürzen nicht mehr starten. Quelle: dpa
Hannover

Der Reisekonzern Tui kann nicht an sein finanzielles Vorjahresergebnis anknüpfen. Wie erwartet belastet insbesondere das Flugverbot für die Boeing 737 Max die Bilanz, von der das Unternehmen 15 Maschinen in der eigenen Flotte hat. Dazu kommen die Unsicherheiten beim Brexit sowie ein durch Überangebote ausgelöster Preiskampf im Spaniengeschäft. Der Vorstandsvorsitzende Friedrich Joussen blickt trotzdem optimistisch nach vorn. „Trotz des anspruchsvollen Marktumfeldes bleibt unser operatives Geschäft robust“, sagte er am Dienstag in Hannover.

Gewinnziel 1,18 Milliarden Euro

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres, zu dem die Monate April bis Juni gehören, lag das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) trotz gestiegenen Umsatzes mit rund 101 Millionen Euro um fast 85 Millionen Euro unter dem Vergleichswert aus dem Jahr 2018. An ihren Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr, die sie bereits im März zurückgeschraubt hatte, hält die Tui fest. Demnach soll das Ergebnis bei 1,18 Milliarden Euro liegen, das wären rund 300 Millionen Euro weniger als in den zwölf Monaten zuvor.

Hannover ist einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte in Niedersachsen. Das sind laut der IHK Hannover die größten Unternehmen aus der Stadt und Region.

Auch Hitzewelle hat Folgen

Allein das Flugverbot belastete die Bilanz im dritten Quartal mit 144 Millionen Euro, für das gesamte Jahr wird es laut Joussen 300 Millionen Euro an Kosten verursachen. Sie entstehen dadurch, dass die Tui den Ausfall der Boeing-737-Max-Maschinen kompensieren muss, indem sie Flugzeuge mietet. Bei den Buchungszahlen liegt die Tui im Vergleich zu 2018 aktuell leicht im Minus, das könnte aber nach Einschätzung des Konzerns noch aufgeholt werden. Grund sei die Hitzewelle, die Urlauber von frühzeitigen Buchungen abhalte. Diese habe im Vorjahr länger angehalten. Freude und Zuwachsraten bereitet der Tui hingegen das Geschäft mit den eigenen Kreuzfahrtschiffen und Hotels. Letztere will das Unternehmen unter dem Namen Tui Blue zu einer weltweit starken Marke ausbauen.

Tui nimmt neue Märkte in den Blick

„Wir werden die Digitalisierung vorantreiben und in moderne Technologien und eine einheitliche Kundenplattform investieren“, sagte Joussen. Die Tui werde zu einem globalen Plattformunternehmen, das neue Märkte erschließen und das Geschäft mit Aktivitäten und Ausflügen vor Ort in den Urlaubsregionen signifikant ausbauen wolle. „Das Schöne ist, dass man dafür keine Flugzeuge benötigt“, erklärte der Konzernchef. Im Fokus für Expansionen liegen aufstrebende Länder mit wachsenden Mittelschichten wie China, Indien, Brasilien und Malaysia.

Von Bernd Haase

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