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Niedersachsen Brasilianer wollen Transrapid testen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Brasilianer wollen Transrapid testen
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10:02 12.09.2009
Ein Transrapid auf der Teststrecke im Emsland. Quelle: David Hecker/ddp (Archiv)
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Das teilte die Betreibergesellschaft IABG gestern während einer Informationsveranstaltung auf dem Versuchsgelände mit. In dem südamerikanischen Land soll bis 2014 eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Rio de Janeiro und São Paulo entstehen. Die schwebende Bahn aus dem Emsland könnte hier endlich einmal wieder zum Zuge kommen.

Eigentlich sollte schon im Juni Schluss gewesen sein auf der Teststrecke. Denn trotz einer Höchstgeschwindigkeit von 550 Stundenkilometern blieb das Interesse an der Magnetschwebebahn bislang dürftig. Dem Transrapid fehlen die Abnehmer. „Weltpremiere“ steht mit großen Buchstaben auf einer Schautafel im Besucherzentrum. Sie zeigt den Bahnverlauf in Schanghai, der einzigen echten Betriebsstrecke für den Transrapid bislang überhaupt. Erst mithilfe des Geldes auch aus den Kassen der Landesregierung und des Landkreises Emsland war es schließlich möglich, den Testbetrieb in Lathen noch einmal um zehn Monate zu verlängern.

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Rund 60 Arbeitsplätze wurden damit vorerst gerettet. Bis zum April 2010 soll sich nun zeigen, ob aus den gelegentlichen Informationsbesuchen an der Strecke ein echtes Kaufinteresse für den Transrapid wird. „Gemessen werden wir an dem Projekt in Brasilien“, sagte gestern Ralf Effenberger, Betriebsleiter in Lathen. Bis zur Fußballweltmeisterschaft 2014 sollen dort die 550 Kilometer zwischen Rio de Janeiro und São Paulo in 120 Minuten zurückgelegt werden können.

Der Transrapid steht in direkter Konkurrenz zu den Hochgeschwindigkeitszügen der herkömmlichen Rad-Schiene-Technik. Noch in diesem Monat beginnt die Ausschreibung. Bis zum April 2010 will die brasilianische Bundesregierung entscheiden. Peter Hanf ist fest davon überzeugt, dass sich die Magnetschwebebahn durchsetzen kann. Er ist Aufsichtsrat des Unternehmens Max Bögl, das in Brasilien das Transrapid-Konsortium anführen wird.

Das Bauunternehmen Bögl aus Bayern hat sich auf die Fahrwegteile für die Magnetschwebebahn spezialisiert. Nach Auskunft des Unternehmens tragen neu entwickelte Bauteile aus Beton mit bereits vorinstallierter Technik dazu bei, die Baukosten erheblich zu senken. Und weil der Transrapid bis zu zehnprozentige Steigungen in der Landschaft problemlos bewältige, könnte der Investor in Brasilien anders als bei herkömmlichen Zügen auch auf eine Menge Tunnels und Brücken verzichten.

„Da haben wir echte wirtschaftliche Vorteile“, sagte Hanf am Freitag in Lathen. „Eine faire Chance für den Transrapid“, wünscht sich auch Landrat Hermann Bröring (CDU). Die Verhandlungen für den Weiterbetrieb auf der Teststrecke seien „ein schweres Stück Arbeit“ gewesen.

von Bernhard Remmers