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Niedersachsen Bütikofer wirbt in Hannover für Ökologie als Chance
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Bütikofer wirbt in Hannover für Ökologie als Chance
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21:52 21.09.2011
Von Daniel Alexander Schacht
Reinhard Bütikofer wirbt auf der EMO für Effizienzsteigerung in der Industrie. Quelle: dpa (Archivbild)
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Hannover

Als Reinhard Bütikofer seinen Vortrag beendet hat, geht leises Grummeln durch die Reihen. Ob denn die Politik für Unternehmen außer der Peitsche auch Zuckerbrot bereithalte, will einer der Wirtschaftsvertreter wissen, die dem Europaparlamentarier bei der Tagung „Nachhaltige Produktion“ auf der Metallbearbeitungsmesse EMO zugehört haben. „Nicht jede Innovationspeitsche ist bös gemeint“, sagt der Grünen-Politiker. „Wir wollen den Unternehmen keine Einzelheiten vorschreiben, sondern nur einen Rahmen setzen, der Spielraum für Phantasie und Wettbewerb lässt.“

Das „Wir“ steht in diesem Fall nicht für die Grünen allein, sondern für das ganze Europaparlament, das mit großer Mehrheit eine neue Rohstoffstrategie verabschiedet hat. Die trägt mit ihren Impulsen zu Mobilisierung von Ressourceneinsparungen und Effizienzreserven sichtlich grüne Handschrift. Nicht zuletzt, weil sie aus der Feder von Bütikofer stammt, der im EU-Parlament dem Ausschuss für Industrie, Technologie, Forschung und Energie angehört.

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„Wir erleben gerade eine tiefe Finanzkrise“, sagt er, „besonders Europa steht wegen seiner alternden Bevölkerung, der wachsenden Wettbewerbskraft von Schwellenländern und steigenden Rohstoffpreisen unter Druck.“ Tatenlosigkeit verstärke diesen Druck, ein schonenderer Umgang mit Rohstoffen und eine effizientere Energienutzung könnten ihn senken. „Aber statt ökologische Impulse als ökonomische Chance zu begreifen, ist die EU bei diesem Thema bislang eher unterbelichtet.“

Das soll der vom Straßburger Parlament gebilligte „Bericht zu einer effizienten Rohstoffstrategie für Europa“ ändern. Er soll die Ressourceneffizienz jährlich um 3 Prozent steigern und den Pro-Kopf-Verbrauch an Rohstoffen von derzeit 30 Tonnen bis 2050 auf unter 10 Tonnen senken. Ohne solche „Leitplanken“ werde es nur schneller zu Engpässen kommen, befürchtet Bütikofer. „Die EU hat Energieeinsparungen von 20 Prozent bis 2020 als unverbindliches Ziel formuliert – tatsächlich werden wir auf dieser Grundlage nicht einmal 10 Prozent Einsparungen erleben.“

Doch wird es als Handlungsimpulse auch „Zuckerbrot“ geben? Bütikofers EU-Bericht warnt davor, dass die EU durch Effizienzgewinne anderer Teilnehmer am globalen Wettbewerb abgehängt werden könnte – und nennt die „ehrgeizigen Schritte“ Japans als vorbildlich: Aus einem Budget von einer Milliarde Euro legt Tokio auf jeden Euro, den ein Unternehmen in die Steigerung von Effizienzreserven steckt, einen weiteren Euro drauf.

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