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Niedersachsen Bundesagentur für Arbeit: Fachkräfte werden rar
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Bundesagentur für Arbeit: Fachkräfte werden rar
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13:46 24.01.2011
Die Bundesagentur für Arbeit hat die Arbeitgeber aufgerufen, bei Fachkräften bei deren Einstellungen kompromissbereiter zu sein. Quelle: dpa
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In Niedersachsen gebe es fast 400.000 Arbeitslose oder Menschen in Fördermaßnahmen, sagte der Chef der Regionaldirektion, Klaus Stietenroth, am Montag in Hannover. Darin liege ein großes Potenzial für Fachkräfte.

Fast jeder dritte Arbeitgeber habe aber Probleme mit der Einstellung von Arbeitslosen. Dabei könnten die Arbeitsagenturen die Betriebe mit passgenauen Hilfen unterstützen, wenn ein Bewerber nicht alle Anforderungen des Stellenprofils erfülle. „Wer im zunehmenden Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter bestehen will, sollte seine Personalpolitik an die veränderten Marktbedingungen anpassen“, sagte der Experte. Die Bewerberauswahl werde in immer mehr Branchen kleiner. Vor diesem Hintergrund ist nach Stietenroths Meinung auch eine kontrollierte und gesteuerte Zuwanderung notwendig.

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Für dieses Jahr geht Stietenroth von einer weiter sinkenden Arbeitslosigkeit aus. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten könnte die Rekordmarke von 2,5 Millionen erreichen. Bisher konzentriere sich die positive Entwicklung aber vor allem auf den Dienstleistungssektor, weniger auf die Industrie. „Wir brauchen aber das starke Rückgrat der Industrie, wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen“, sagte der Arbeitsmarktexperte.

Im vorigen Jahr habe die Erwerbslosigkeit in Niedersachsen den niedrigsten Stand seit 18 Jahren erreicht. „Das Jahr 2010 hat sich weit besser entwickelt als es zu erwarten war“, sagte Stietenroth. Durchschnittlich waren knapp 300.000 Menschen arbeitslos - 2,9 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Mit einer Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent sei Niedersachsen im Bundesvergleich (Durchschnitt 7,7 Prozent) um einen Platz auf Rang fünf vorgerückt. 2011 könnte die Arbeitslosenzahl auf unter 280.000 sinken.

Im Land Bremen hat die Wirtschaftskrise nach Feststellung der BA tiefere Spuren hinterlassen als im benachbarten Niedersachsen. Die Arbeitslosenzahl nahm 2010 leicht zu - um 1,3 Prozent auf 38 700. Stietenroth begründete das vor allem mit der starken Stellung von Logistik und Hafenwirtschaft, die in der Krise stark gelitten hatten.
Inzwischen knüpfe das Land aber wieder an die Vor-Krisen-Entwicklung an. Ein Rückgang der Erwerbslosenzahl auf unter 34.000 sei möglich.

dpa

Jens Heitmann 21.01.2011
Dirk Stelzl 20.01.2011