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Niedersachsen Bundeskartellamt kritisiert Tricks von Vergleichsportalen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Bundeskartellamt kritisiert Tricks von Vergleichsportalen
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00:20 14.04.2019
Zentrale von Check24 in München: Das Bundeskartellamt will Vergleichsportale stärker regulieren – kann aber im Moment nur warnen. Quelle: picture alliance / dpa
Bonn/Hannover

Das Bundeskartellamt rügt das Geschäftsgebaren von Online-Vergleichsportalen. In einer breit angelegten Untersuchung habe man zahlreiche „verbraucherunfreundliche Tricks“ festgestellt, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Donnerstag bei der Vorstellung der Ergebnisse. Zum Teil handele es sich sogar um Gesetzesverstöße, zum Beispiel um verbraucherschädigende Irreführungen oder Schleichwerbung.

Die Tricks der Portale könnten dazu führen, dass die Nutzer für sich selbst ungünstige Entscheidungen treffen. „Verbraucher sollten darauf achten, wie ein Ranking tatsächlich zu Stande kommt“, sagte Mundt. Er forderte von der Politik mehr Kompetenzen, um die Verstöße abstellen zu können. Bislang könne seine Behörde nur warnen, aber nicht handeln. Untersucht wurden insgesamt 36 Portale wie Check24, Verivox, Finanzcheck, Booking, HRS und Opodo.

In der Untersuchung hat das Bundeskartellamt eine Reihe typischer Problemfeldern identifiziert: Erstens decken Vergleichsportale demnach meist nicht alle wichtigen Anbieter in einem Markt ab. Zweitens sortieren viele ihre Suchergebnisse in irreführender Art und Weise. Drittens setzen einige ihre Nutzer auch mit fragwürdigen Hinweisen auf begrenzte Kapazitäten unter Druck, möglichst schnell zu kaufen.

Das erste Problem – die begrenzte Marktabdeckung – betrifft vor allem Vergleichsportale für Hotels und Versicherungen. Verbraucher verpassen dort möglicherweise gute Angebote, wenn sie sich allein auf die Portale verlassen. Zumal laut Bundeskartellamt nur einige Portale „hinreichend transparent“ auf das Fehlen bestimmter Anbieter in den Vergleichen hinweisen.

Große Versicherer fehlen

So vertreibt zum Beispiel der Versicherer Huk-Coburg überhaupt keine Tarife über die großen Vergleichsportale wie Check 24. Auch die Allianz, die HDI-Versicherung aus Hannover, R+V oder Generali sind laut Bundeskartellamt bei einigen Vergleichern nicht vertreten. Im Kfz-Bereich kommen die Versicherer, die nicht bei allen Portalen mitmachen, auf einen Marktanteil von über 40 Prozent.

Irreführende Rangfolgen gibt es vor allem im Bereich Energie und Hotels. Zum Beispiel stehen laut der Untersuchung häufig nicht die günstigsten oder die am besten bewerteten Hotels oben in den Suchergebnissen – sondern die, die dem Portal die höchsten Provisionen zahlen. „Der Verbraucher wird auf den untersuchten Portalen grundsätzlich nicht darüber aufgeklärt, wie groß der Einfluss der Provisionen auf das Ranking jeweils ist“, kritisiert das Bundeskartellamt.

Beim Vergleich von Energie- und Telekommunikationstarifen stellen viele Portale einzelne Angebote vor das eigentliche Ranking („Position 0“). Dafür erhielten sie teilweise Zahlungen von den Anbietern, ohne den Verbraucher darüber hinreichend zu informieren. Diese Praxis stelle nach „vorläufiger Sicht“ eine „verbotene verdeckte Werbung dar“, schreibt die Behörde.

Die Portale konnten zu den Ergebnissen der Untersuchung Stellung nehmen. Viele Betreiber hätten betont, dass die Verbraucher über die Funktionsweise des jeweiligen Portals bereits hinreichend informiert würden, teilte das Kartellamt mit. Einzelne Portale hätten aber auch Änderungen auf ihren Seiten vorgenommen.

Von Christian Wölbert und Claus Haffert

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