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Niedersachsen CeBIT will keine Super-Messe mehr sein
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen CeBIT will keine Super-Messe mehr sein
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21:11 20.02.2013
Von Stefan Winter
Die CeBIT 2013 will nicht mehr auf Masse setzen, sie will sich von nun an stärker auf Fachpublikum konzentrieren. Quelle: dpa
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Hannover

Die CeBIT verabschiedet sich von alten Dogmen. Früher galten Aussteller- und Besucherzahlen als Erfolgsmaßstab der IT-Messe, doch die schiebt der neue Messe-Vorstand Frank Pörschmann beiseite – „ein Stück weit entnervt“, wie er am Mittwoch sagte. Denn diese Zahlen sagten nichts über Bedeutung, Nutzen und Emotionalität der Messe. Die CeBIT müsse ein Fachpublikum überzeugen und sich auf die „richtigen“ Leute konzentrieren, auch um den Preis, andere zu verlieren.

Man gebe kein Geld mehr dafür aus, „die Hallen billig mit beliebigen Besuchern zu füllen“, sagte Pörschmann – zum Beispiel mit massenhaften Freikarten oder bundesweiten Einladungen an Schulklassen. Auf der Ausstellerseite sei Schluss mit Lückenfüllern wie Anbietern von Massagestühlen. Das bringe dem Kernpublikum nichts und diene nur der Aufbesserung der Statistik. Das allerdings habe die CeBIT überhaupt nicht nötig: Sie sei nach wie vor mit weitem Abstand die größte Veranstaltung ihrer Art in der Welt.

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So wird sich die CeBIT 2013, die am 5. März startet, mehr denn je an das Fachpublikum wenden. Unter dem Motto „Shareconomy“ geht es darum, wie Ressourcen dank neuer Technik geteilt und gemeinsam genutzt werden – mit weitreichenden Auswirkungen zum Beispiel auf die Arbeitswelt. „Big Data“ wird ein wichtiges Thema sein, die Sammlung und Verarbeitung bisher nicht gekannter Datenmengen. Frische Impulse erhofft sich Pörschmann von der Gründerszene, die in mehreren Intiativen und Foren präsent sein wird.

Der Bereich „CeBIT Life“ in anderthalb Hallen, gedacht für das Freizeitpublikum, schrumpft dagegen weiter und besteht im wesentlichen aus der Computerspiel-Meisterschaft „Intel Extreme Masters“.

Insgesamt lägen die Anmeldungen auf dem Niveau des vergangenen Jahres, als gut 4000 Aussteller kamen, sagte der CeBIT-Chef. Wegen Unsicherheiten durch die Eurokrise und Problemen mit Visa-Genehmigungen in einigen Ländern seien allerdings noch rund 300 Anmeldungen nicht endgültig gebucht.

Besonders gepflegt werden auf dieser CeBIT die Unternehmensgründer, die im vergangenen Jahr erstmals mit der Initiative code_n einen größeren Auftritt hatten. „Nie war die CeBIT so jung“, sagte Pörschmann. Das zeige sich auch bei der Nachwuchswerbung: Das Thema sei doppelt so groß präsent wie im vergangenen Jahr und werde weiter wachsen. Stärker als bisher sollen auch Manager aus vermeintlich IT-fernen Branchen angesprochen werden. Schließlich gebe es keinen Geschäftsprozess, der nicht durch Informations- und Kommunikationstechnik geprägt werde. Sichtbarstes Zeichen ist der Eröffnungsredner neben Kanzlerin Angela Merkel. Mit EADS-Chef Tom Enders wird erstmals der Vertreter eines großen Kunden die Branche begrüßen.

CeBIT 2013

Die CeBIT ist von Dienstag, 5. März, bis Sonnabend, 9. März, für das Publikum geöffnet. Die Tageskarte kostet 40 Euro, im Vorverkauf 35 Euro. Eine Ermäßigung für Schüler und Studenten gibt es nur am letzten Tag, sie zahlen dann 18 Euro. Die Messe ist gegliedert in vier Bereiche, von denen „CeBIT pro“ der weitaus größte ist – er widmet sich den professionellen Anwendungen in Unternehmen. „CeBIT lab“ füllt die Halle 9 und zeigt Forschung und Zukunftstechnologien. „CeBIT Gov“ bietet in Halle 7 Lösungen für die öffentliche Verwaltung. Für „CeBIT life“, wo eigentlich die Privatanwender „Digital Lifestyle“ erleben sollen, bleiben anderthalb Hallen (18 und 23). Sie werden vor allem von der Spielemeisterschaft Intel Extreme Masters belegt. Neue Smartphones und Tablets dürfte es vor allem bei den Ausstellern Samsung und Acer zu sehen geben. Nebenan in einem Teil von Halle 17 beherbergt „CeBIT life“ absolute Profis: Dort tagen Software-Entwickler auf der ersten „moosecon“ – Mobile Operating Systems Conference.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.