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Niedersachsen Cebit: So will Deutschland bei künstlicher Intelligenz aufholen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Cebit: So will Deutschland bei künstlicher Intelligenz aufholen
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00:33 14.06.2018
Vorführung eines humanoiden Roboters zur Unterstützung von Arbeitern durch das KIT Karlsruhe Institut of Technology. Quelle: Foto: Imago
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Hannover

Die Bundesregierung will Deutschland zu einem weltweit führenden Standort bei künstlicher Intelligenz machen. „Unsere Unternehmen dürfen hier nicht am Spielfeldrand stehen“, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Montag zur Eröffnung der IT-Messe Cebit in Hannover. „Wir müssen unsere Chancen nutzen, um Vorreiter bei digitalen Industrie-, Mobilitäts- und Gesundheitsplattformen zu werden.“ Bis zum Digital-Gipfel im Dezember wolle die Bundesregierung dafür eine nationale Strategie erarbeiten.

Altmaier appellierte an die Wirtschaft, ihre Geschäftsmodelle an die neuen Herausforderungen anzupassen. Mehr digitale Innovationskraft sei nötig, damit Deutschland wettbewerbsfähig bleibe und seine Chancen im digitalen Zeitalter nutzen könne. Die Unternehmer müssten mehr Mut beweisen – die Angst vor dem Scheitern dürfe neue Ideen nicht behindern. Die Cebit könne ein Wegweiser in die Zukunft sein.

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Die Cebit 2018 in Hannover präsentiert sich mit einem neuen Konzept. Ein Rundgang über die Messe und ein Blick auf die Highlights der Aussteller.

Die IT-Schau startet in diesem Jahr mit einem runderneuerten Konzept. Mit einem großen Konferenz- und Konzertprogramm wollen die Veranstalter auch neue und jüngere Zielgruppen auf das Gelände locken. „Diese Zielgruppe erwartet andere Formate als eine traditionelle Messe“, sagte Messe-Vorstandsmitglied Oliver Frese. Auch deshalb wurde der Cebit-Termin vom Frühjahr in den Sommer verlegt. 2817 Aussteller aus 70 Ländern nehmen in diesem Jahr teil. „Die Cebit neuen Typs hat das Potenzial, das größte Start-up-Treffen der Welt zu werden“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Die fundamentale Neuausrichtung der Messe sei ein „mutiger, aber auch notwendiger Schritt“, sagte der Präsident des Digitalverbandes Bitkom, Achim Berg. Die Branche blickt optimistisch in die Zukunft. Die Umsätze in der Informations- und Kommunikations­technik sollen dieses Jahr um 1,7  Prozent auf 164 Milliarden Euro steigen. Die Zahl der Beschäftigten wird sich den Prognosen zufolge um knapp 4 Prozent erhöhen. Der Fachkräftemangel könne die Entwicklung jedoch bremsen, hieß es. Laut Bitkom fehlen aktuell 55 000 IT-Spezialisten.

Datennutzung versus Schutz der Privatsphäre

Diesen Mangel sehen einer Studie zufolge 42 Prozent der Unternehmen in Deutschland als Hürde für den Einsatz neuer Technologien. Auch die neue Datenschutzgrundverordnung werde als Hemmschuh gesehen, sagte Berg. Es gebe bislang „keine wirklich funktionierende Balance zwischen dem Schutz von Privatsphäre und der Nutzung von Daten“. Fast zwei von drei Firmen sehen die entsprechenden Anforderungen als Hürde für den Technologie-Einsatz.

Neun von zehn Unternehmen in Deutschland sehen laut Bitkom die Digitalisierung als große Chance – allerdings sind aktuell nur 23 Prozent der Firmen bereit, in digitale Geschäftsmodelle zu investieren. Die Bedeutung des technologischen Wandels sei erkannt, sagte Berg. Bei der Umsetzung hapere es hingegen noch. Offenbar auch wegen der guten Konjunktur: Ein Drittel der befragten Führungskräfte gab an, wegen voller Auftragsbücher nicht genug Zeit dafür zu haben.

Das müssen Sie zur Cebit wissen

Die Cebit 2018 startet heute auf dem Messegelände in Hannover. Hier erfahren Sie alles über das Programm, Ticketpreise, Aussteller und Neuerungen.

Von Jens Heitmann