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Niedersachsen Chance für Karmann
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19:58 12.08.2009
Von Stefan Winter
VW Karmann Mercedes Cabrio Porsche Wiedeking Wulff
Ein Mercedes CLK-Cabrio im Karmann-Werk in Osnabrück. Quelle: Kai-Uwe Knoth/ddp
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Über einen Einstieg der Wolfsburger wird seit Monaten spekuliert, doch stets hieß es, VW müsse erst einmal die eigenen Werke auslasten und brauche keine zusätzliche Kapazität. Lediglich die starke Entwicklungsabteilung von Karmann galt als interessant.

Der Insolvenzverwalter Ottmar Hermann hatte jüngst von Gesprächen mit rund 35 Interessenten für Karmann berichtet. Zum Thema VW wollte er nicht Stellung nehmen. Ein Sprecher der Landesregierung verwies lediglich darauf, dass sich Ministerpräsident Christian Wulff immer wieder auch bei VW um Unterstützung für Karmann bemüht habe.

Das größte Hindernis dabei war der damalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, der eine Zusammenarbeit mit den Osnabrückern strikt ablehnte. Sie hatten Porsche vor Jahren wegen eines Plagiats verklagt und gewonnen. Doch Wiedeking hat seinen Stuhl geräumt, und die VW-Seite soll Wulff bereits überzeugt haben. Allerdings wird das Thema im Moment tief gehängt, weil es die Porsche-Verhandlungen nicht leichter macht.

Der Kunde VW brachte Karmann in den fünfziger Jahren den Aufstieg zum unabhängigen Autohersteller. Zahlreiche Cabrios, Coupes und Kombis des VW-Konzerns liefen seither in Osnabrück vom Band. Zuletzt zog sich VW allerdings zurück, das Cabrio Eos wird im portugiesischen VW-Werk Palmela gebaut. In den vergangenen Jahren war Mercedes-Benz der größte Karmann-Kunde.