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Niedersachsen China zieht VW zum Rekord
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen China zieht VW zum Rekord
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22:19 11.12.2009
Von Stefan Winter
Trotz Krise zum Rekord: Volkswagens Absatz liegt in diesem November um 2 Prozent höher als vor einem Jahr.
Trotz Krise zum Rekord: Volkswagens Absatz liegt in diesem November um 2 Prozent höher als vor einem Jahr. Quelle: ddp
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Weltweit wurden in den ersten elf Monaten 5,85 Millionen Autos verkauft. Allein der November brachte einen Zuwachs von 19,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der war allerdings wegen der beginnenden Finanzkrise auch recht schwach ausgefallen.

Doch inzwischen entfalten in vielen Ländern staatliche Förderprogramme ihre Wirkung, und in den beiden wichtigsten hat VW eine besonders starke Position: In Deutschland kam die Abwrackprämie passgenau zur Einführung des neuen Golf, und China erlebt – ebenfalls staatlich angestoßen – einen Boom. Dort seien im November 133 700 Autos verkauft worden, berichtete der Konzern, 73 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Konzerntochter Audi schaffte sogar – wenn auch auf niedriger Basis – eine Verdoppelung in China.

Die großen Pkw-Marken des Konzerns verbuchten im November durchweg Verkaufszuwächse. Bei VW und Skoda waren es jeweils 26 Prozent, bei Audi 8,9 und bei Seat 8 Prozent. Die Spanier sind im Moment vor allem in Deutschland stark, kommen aber auch auf ihrem katastrophal eingebrochenen Heimatmarkt langsam wieder in Fahrt.

„Wir haben unsere Erwartungen übertreffen können“, sagte der scheidende Vertriebschef Detlef Wittig. Er rechnet nun für das Gesamtjahr mit einem leichten Verkaufsplus. Eine durchgreifende Besserung an den Automärkten sei dennoch nicht in Sicht: „Das nächste Jahr wird äußerst schwierig.“ In Deutschland wuchs der Verkauf im November noch einmal um 18,6 Prozent, in Brasilien waren es sogar 36 Prozent. Doch im nächsten Jahr erwartet Wittig einen „deutlichen Rückgang“ in Europa, weil die Förderprogramme auslaufen. In China dagegen sieht er einen „anhaltenden Aufwärtstrend“.

China zieht auch Konkurrenten durch die Krise: Die Mercedes-Verkäufe sind kräftig angezogen. Inzwischen rechnet die Luxusmarke, der die deutsche Abwrackprämie wenig gebracht hat, für dieses Jahr in China mit einem Absatzplus von 60 Prozent. „Auch im nächsten Jahr werden wir unsere Präsenz auf dem chinesischen Markt ausbauen und rechnen damit, weiterhin schneller als der Gesamtmarkt zu wachsen“, kündigte Vertriebschef Joachim Schmidt gestern in Stuttgart an.

In den vergangenen Monaten ist China wieder zur Lokomotive der Weltwirtschaft geworden. Das Sozialprodukt wachse zurzeit um jährlich 8,9 Prozent teilten die chinesischen Wirtschaftsbehörden gestern mit. Die Industrieproduktion sei im November um 19,2 Prozent nach oben geschnellt. Die Importe wuchsen demnach sogar um 26,7 Prozent, die Exporte gingen nur noch leicht zurück. Die anziehende Inlandsnachfrage zeigt sich auch darin, dass die Verbraucherpreise erstmals seit zehn Monaten wieder leicht steigen.

Dirk Stelzl 11.12.2009
Daniel Alexander Schacht 11.12.2009