Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen CeBIT: Privatleute künftig nicht mehr gern gesehen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen CeBIT: Privatleute künftig nicht mehr gern gesehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 07.06.2013
Von Jens Heitmann
Die Computermesse CeBit wird im kommenden Jahr die Preise für Tickets um die Hälfte erhöhen. Quelle: dpa
Hannover

„Wir setzen künftig zu 100 Prozent auf Business“, sagte der neue Messe-Vorstand Oliver Frese am Dienstag in Hannover. „Damit richten wir die CeBIT exakt nach den Wünschen unserer Kunden aus.“

Viele Aussteller der Computermesse hatten sich in der Vergangenheit über den hohen Anteil jener Besucher beklagt, die auf der CeBIT nur aus rein privatem Interesse den neusten Branchentrends nachspüren wollen – den Unternehmen aber keine Aufträge bescheren. Das hatte zur Folge, dass einige Aussteller ihre Stände bereits am Sonnabend Nachmittag abbauten. Künftig findet die Messe von Montag bis Freitag statt.

Rückblick: Die CeBIT von 1986 bis heute.

Bereits in den vergangenen Jahren sei der Anteil der professionellen Besucher kontinuierlich gestiegen, sagte Frese. In diesem Frühjahr habe er mit 82 Prozent einen Spitzenwert erreicht. Jeder dritte Fachbesucher komme aus dem Topmanagement seines Unternehmens. Jeder dieser potenziellen Kunden habe im Schnitt eine Investitionssumme von 106 000 Euro „im Gepäck“.

Die Aussteller unterstützen das neue Konzept. „Wir sehen die CeBIT auf dem richtigen Weg“, sagte der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, Dieter Kempf. Diese Messe werde künftig wieder mehr Glanz bekommen. „Als Aussteller brauchen wir die Entscheider, nur dann lohnt sich ein Messeauftritt.“

Zuletzt war die Zahl der Besucher deutlich gesunken – in diesem Frühjahr kamen nur noch 273 000 Interessierte nach Hannover. Diese Zahl wolle man mittelfristig steigern, sagte CeBIT-Chef Frese. „Wir werden Wachstum generieren, davon bin ich fest überzeugt – und daran lassen wir uns messen.“

Um die Messe für Geschäftskunden wieder attraktiver zu machen, schneiden die Veranstalter die CeBIT neu zu – und an ihren Rändern etwas ab. So wird es die „CeBIT life“ als „Plattform für Lösungen des Digitalen Lifestyles“ von 2014 an nicht mehr geben. Schon in diesem Jahr war dieser Teil der Ausstellung recht schwach besucht – neben einem Acer-Stand und einem Computerspielewettbewerb von Intel gab es dort nur wenig zu sehen. Die Veranstalter denken jedoch darüber nach, parallel zur Messe ein eigenes „Gaming event“ einzurichten – allerdings mit einem eigenen Eingangssystem, also getrennt von der Messe für die Businessclass, wie es hieß.

Aber auch die Fachbesucher müssen sich umstellen: Bisher bestand die CeBIT aus vier „Plattformen“ – künftig werde man acht „Themenbereiche“ präsentieren, sagte Frese. Das verbessere für Aussteller und Kunden die Orientierung. Der „Planet Reseller“ als Treffpunkt für Aussteller und Händler soll ebenso bestehen bleiben wie der „Public Sector Park“ als Anlaufstelle für die öffentliche Verwaltung.

Gegen das neue CeBIT-Konzept habe es auch Widerstände gegeben, sagte ein Industrievertreter gestern. Aussteller, die sich eher an Endkunden richten, befürchteten einen weiteren Rückgang der Besucherzahlen. Andere sähen die Eigenständigkeit der CeBIT in Gefahr, weil inzwischen immer mehr IT-Themen auch auf der Hannover Messe Platz finden, aus der die Computerschau 1986 hervorgegangen ist: „Eine sinnvolle Abgrenzung für diese beiden Messen zu finden wird noch viel Energie und Gehirnschmalz kosten.“

Die nächste CeBIT öffnet ihre Tore am 10. März und endet am 14. März 2014. Erstmals sollen die Besucher dann das WLAN-Netz auf dem Gelände und in den Hallen kostenlos nutzen können.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die britische TUI Travel hat bei Boeing 60 neue Flugzeuge fest bestellt und Optionen für weitere 90 Maschinen vereinbart. Damit habe man sich langfristig den Zugriff auf moderne Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge gesichert, erklärte Vorstandschef Peter Long am Freitag.

Jens Heitmann 31.05.2013
Niedersachsen Rote Zahlen im ersten Quartal - Nord/LB kämpft mit Schifffahrtskrise

Die Krise auf den Weltschifffahrtsmärkten macht der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) in Hannover weiter zu schaffen. Nachdem sie deswegen schon im Jahr 2012 herbe Einbußen erlitten hatte, wurde es in den ersten drei Monaten 2013 nicht besser.

Albrecht Scheuermann 30.05.2013

Hohe Kreditrisiken der kriselnden Schiffsbranche werden für die NordLB zum massiven Problem: Zum Jahresstart rutschte die Norddeutsche Landesbank in die roten Zahlen. 2012 hatte sie im ersten Quartal noch einen satten Überschuss ausgewiesen.

30.05.2013