Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Conti-Werke arbeiten durch Winterreifenpflicht unter Hochdruck
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Conti-Werke arbeiten durch Winterreifenpflicht unter Hochdruck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:08 10.12.2010
Die Preise für Winterreifen lagen im Einzelhandel im Schnitt um 10 bis 20 Prozent höher als im Vorjahr.
Die Preise für Winterreifen lagen im Einzelhandel im Schnitt um 10 bis 20 Prozent höher als im Vorjahr. Quelle: dpa (Archiv)
Anzeige

Die Reifenproduktion beim Autozulieferer Continental läuft angesichts der Winterreifenpflicht und des Kälteeinbruchs auf Hochtouren. Die Nachfrage sei sehr hoch und alle Werke ausgelastet, sagte ein Sprecher der Conti-Reifensparte am Freitag auf Anfrage in Hannover. Die Entwicklung habe bereits vor dem Wintereinbruch eingesetzt.

In einigen Bereichen gebe es inzwischen Engpässe, berichtete der Sprecher. Einige Größen seien schon nicht mehr lieferbar. So könnte es zum Beispiel schwierig sein, für Allradautos, Vans oder Busse Winterreifen zu bekommen. Auch Winterreifen für ältere Golf-Modelle seien oft bereits vergriffen. In den Werken werde so viel wie möglich produziert, nach und nach gehe man aber dann auf Sommerreifen über. „Sonst haben wir dasselbe Problem im Frühjahr“, sagte der Sprecher. Bisher hat Conti nach den Angaben an den Preisen nichts geändert.

Im nächsten Jahr seien Preiserhöhungen aber möglich, sie hätten vor allem mit den höheren Rohstoffkosten für Kautschuk zu tun. Entschieden sei darüber jedoch noch nicht. Der Kälteeinbruch und die neuen, hohen Bußgelder hatten zu einem enormen Ansturm auf Winterreifen geführt. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung kommt es in Deutschland vereinzelt zu Wartezeiten von mehreren Wochen. Die Preise hätten sich verdoppelt und verdreifacht.

„Wir sind in den vergangenen drei Wochen quasi überrannt worden“, sagte der geschäftsführende Vorsitzende des Bundesverbands Reifenhandel, Peter Hülzer. Inzwischen zeichne sich aber Entspannung ab. „Die Lage normalisiert sich deutlich“, sagte Hülzer am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in Bonn. Nach wie vor müssten Autofahrer an verschiedenen Orten noch längere Wartezeiten bei der Montage in Kauf nehmen. Insgesamt liege die Auslastung aber derzeit im Schnitt wieder bei etwa 65 Prozent. Die Preise für Winterreifen hätten im Einzelhandel im Schnitt um 10 bis 20 Prozent höher als im Vorjahr gelegen.

dpa

Albrecht Scheuermann 09.12.2010
09.12.2010