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Niedersachsen Conti schließt sich Lufthansa-Klägern an
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Conti schließt sich Lufthansa-Klägern an
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15:43 01.02.2015
Schließt sich Klage an: Continental. Quelle: dpa
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Hannover

Großkunden der Lufthansa erhöhen den Druck auf die Airline. Nach der Deutschen Bahn und Bosch fordern nun auch Continental und BMW Schadensersatz für überhöhte Preise, die ein Luftfrachtkartell bei ihnen kassiert habe. Die Forderungen summierten sich inzwischen auf rund 3 Milliarden Euro, berichtet die „Wirtschaftswoche“.

Die Lufthansa hatte versucht, glimpflich aus dem Fall herauszukommen und bot sich bereits vor Jahren der Europäischen Kommission als Kronzeuge für Kartellverstöße an. Entsprechend musste sie nichts zahlen, als die Kommission Ende 2010 bei den beteiligten Airlines fast 800 Millionen Euro an Bußgeld kassierte. Doch jetzt formieren sich die zivilrechtlichen Kläger. Nach Erkenntnissen der Deutschen Bahn, die inzwischen systematisch mit einer eigenen Abteilung Kartellforderungen eintreibt, haben sich die Fluggesellschaften von 1999 bis 2006 auf einheitliche Kerosinzuschläge verständigt. Vor allem nach den Terroranschlägen 2001, als der Ölpreis massiv stieg, habe die „Kaffeerunde“ intensiv getagt. Die Bahn-Tochter Schenker als großer Luftfrachtspediteur sei dadurch massiv geschädigt worden. Seit vergangenem Dezember liegen Schadensersatzklagen der Bahn bei Gerichten in Köln und New York. Allein die Bahn erhofft sich insgesamt Einnahmen von mehr als 2 Milliarden Euro.

Vor einigen Wochen hat sich bereits Bosch der Klage angeschlossen, am Wochenende bestätigten zudem Sprecher von Continental und BMW die Beteiligung ihrer Konzerne. Details wollten sie mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht nennen. Nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ zählen zudem die Speditionen Kühne + Nagel und Panalpina zum Kreis der Kläger, so dass sich der geforderte Schadenersatz mittlerweile auf insgesamt bis zu 3 Milliarden Euro summiere.

Das Kölner Landgericht ist derzeit damit beschäftigt, 50 Kisten voller Dokumente durchzuarbeiten, die von der Bahn zusammen mit der Klageschrift im Dezember abgeliefert wurden. Noch ist allerdings offen, ob es in dem Fall überhaupt ein Urteil geben wird. In der Regel dient die formelle Klage in solchen Streitigkeiten vor allem dazu, den Druck für einen außergerichtlichen Vergleich zu erhöhen. Nach der Klageerhebung hatte die Bahn bereits erklärt, dass der Verhandlungsweg weiter offen stehe.

Von Stefan Winter und Jörn Bender

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