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Niedersachsen Conti schafft rund 100 neue Jobs in Hannover
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Conti schafft rund 100 neue Jobs in Hannover
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22:40 28.04.2011
Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender der Conti, und der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Wolfgang Reitzle (rechts).
Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender der Conti, und der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Wolfgang Reitzle (rechts). Quelle: dpa
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Zudem sollten die Kapazitäten in den deutschen Reifenwerken Aachen und Korbach ausgebaut und eine neue Fabrik in Nordamerika gebaut werden, sagte Conti-Vorstand Nikolai Setzer dieser Zeitung am Rande der Hauptversammlung des Konzerns in Hannover. Über konkrete Investitionshöhen wollte Setzer noch nicht sprechen.

Derzeit werden den Hannoveranern die Reifen aus den Händen gerissen, die Produktion für dieses Jahr ist de facto bereits ausverkauft. Hintergrund ist eine starke Autonachfrage in den Wachstumsregionen der Welt, von der Conti sowohl bei der Erstausrüstung wie auch im Ersatzgeschäft profitiert. Conti-Chef Elmar Degenhart machte deutlich, dass die Reifendivision in diesen Regionen Nachholbedarf habe. In China ist ein neues Werk in der Hochlaufphase, in Brasilien werden die Kapazitäten verdoppelt, in Indien hat die Conti gerade einen regionalen Produzenten übernommen und in Russland soll ein eigenes Werk entstehen.

In Europa und den USA war der Konzern zuletzt nur durch Schließungen aufgefallen – etwa in Stöcken und im französischen Clairoix. Dass nun auch hier wieder Kapazitäten aufgebaut würden und die Entwicklungszentrale in Hannover mehr zu tun bekomme, liege an der Erholung der Branche und wachsenden Marktanteilen der Conti, sagte Setzer.

Im einstigen Krisenland USA, wo Conti noch 2004 und 2006 Werke in Mayfield und Charlotte geschlossen und mehr als 2000 Menschen entlassen hatte, könnte deshalb schon bald wieder eine neue Fabrik entstehen. Die Standortsuche habe gerade begonnen, berichtete der Pkw-Reifenchef. „Wir sind dort inzwischen profitabel, das Erstausrüstungsgeschäft hat sich deutlich belebt und der Ersatzmarkt wächst zweistellig.“ Die einzige US-Fabrik in Mount Vernon könne diese Nachfrage allein nicht mehr stemmen.

l Sattes Plus im ersten Quartal: Conti hat den Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres um ein Fünftel auf 7,3 Milliarden Euro gesteigert. Das operative Ergebnis wuchs noch etwas stärker auf 634 Millionen Euro. „Mit dem ersten Quartal haben wir eine gute Basis für unsere Jahresziele legen können“, sagte Degenhart. Danach soll der Umsatz um 10 Prozent auf 28,5 Milliarden Euro anwachsen.

l Dax als Ziel: Der Konzern hofft auf einen Wiederaufstieg in die Bösen-Bundesliga. „Wir haben die Chance, in den Dax zurückzukehren“, sagte Degenhart. Da inzwischen 40 Prozent der Aktien frei handelbar seien, erreiche Conti bei der Marktkapitalisierung schon jetzt die nötigen Werte. Beim Handelsvolumen gebe es allerdings noch Nachholbedarf. Ein Aufstieg in den Dax ist meist mit Kursgewinnen verbunden, weil Großinvestoren, die den Aktienindex abbilden, Papiere hinzukaufen müssten.

Lars Ruzic