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Niedersachsen Conti steigert Gewinn um ein Fünftel
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Conti steigert Gewinn um ein Fünftel
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09:13 13.01.2015
Von Lars Ruzic
„Ein gutes Jahr“: Coni fährt einen Gewinn von fünf Prozent ein. Quelle: dpa
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Hannover

Das den Anteilseignern zuzurechnende Nettoergebnis dürfte im vergangenen Jahr um rund ein Fünftel auf 2,3 Milliarden Euro gestiegen sein, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer der HAZ. Die Aktionäre können auf eine höhere Dividende hoffen. Die Aussicht darauf ließ die Börsianer gestern zugreifen: Conti-Aktien lagen um fast 3 Prozent im Plus.

Der Gewinn legte deutlich stärker zu als Umsatz und operatives Ergebnis. Die Erlöse lagen am Jahresende bei 34,5 Milliarden Euro - ein Plus von fast 4 Prozent. Der vor allem in der ersten Jahreshälfte noch starke Euro „kostete“ die Hannoveraner dabei etwa 500 Millionen Euro Umsatz. Inzwischen hat sich das Bild gewandelt und der Euro gegenüber dem Dollar deutlich an Boden verloren. Dies verbessert die Exportchancen. Hinzu kommt der niedrige Ölpreis und der starke Automarkt in den USA. „Das sollte in der Summe für uns positiv sein“, sagte Schäfer.

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Für 2015 rechnet Conti mit einem Umsatzplus von 5 Prozent auf 36 Milliarden Euro. Der zur Übernahme anstehende Kautschukspezialist Veyance mit seinen rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz ist darin noch nicht enthalten. Fast ein Jahr nach der Ankündigung des Kaufs prüfen noch immer einige Kartellbehörden das Geschäft. Erst wenn alle zugestimmt haben, kann die 1,6 Milliarden Euro teure Übernahme vollzogen werden. Dadurch dürfte der Konzern eine weitere Schallmauer durchbrechen - und mehr als 200 000 Mitarbeiter beschäftigen. Schon im zurückliegenden Jahr ist die Belegschaft um 12 000 auf 190 000 Beschäftigte gewachsen.

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis blieb 2014 nahezu unverändert bei 3,8 Milliarden Euro. Zum Jahresende sind offenbar vor allem in der margenträchtigen Gummi-Gruppe die Gewinne zurückgegangen. Der milde Winter habe die Nachfrage auf dem europäischen Ersatzreifenmarkt um 8 Prozent schrumpfen und den Preisdruck steigen lassen, berichtete Schäfer. Hinzu komme ein schwächeres Transportbandgeschäft bei Contitech. Die Bergbaubranche, die der Konzern beliefert, entwickelt sich derzeit schwach.

Im Schlussquartal stagnierten die Umsätze in der Gummi-Sparte bei 3,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis fiel um gut 10 Prozent auf eine halbe Milliarde Euro. Die Scharte auswetzen konnten die Autozuliefer-Sparten, die ihre Umsätze um 8 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro und das operative Ergebnis um 15 Prozent auf 460 Millionen Euro steigerten. Dennoch blieb das vierte Quartal für Conti im Jahr 2014 das mit der niedrigsten Profitabilität.

Alles in allem sei es dennoch „ein gutes Jahr“ für den Konzern gewesen - trotz vieler Unbilden auf den Automärkten in Europa, Russland und Südamerika. Dass unterm Strich mehr Gewinn übrig blieb, liegt vor allem an den deutlich geringeren Zinslasten, die Conti inzwischen schultern muss - gegenüber dem Vorjahr waren es etwa eine halbe Milliarde Euro weniger. Der Schuldenberg ist inzwischen zum großen Teil abgetragen, von 9 Milliarden Euro vor fünf Jahren auf noch 3 Milliarden Euro. Das Eigenkapital des Konzerns ist viermal so hoch.

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