Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Betriebsräte fordern Garantien
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen

Continental-Antriebssparte: Betriebsräte fordern Garantien

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:55 10.03.2020
Ein Bauzaun mit der Aufschrift „The Future in Motion – Die Zukunft startet früher mit Continental“ steht an dem Gelände, auf dem derzeit die neue Konzernzentrale von Continental gebaut wird. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Der Konzernbetriebsrat von Continental hat Management und Aufsichtsrat davor gewarnt, die Abspaltung der Antriebssparte zulasten der Belegschaft durchzudrücken. „Als Folge des Spin-off darf es nicht zum Verlust von Arbeitsplätzen kommen“, heißt es in einem Brief von Konzernbetriebsratschef Hasan Allak und dessen Stellvertreter Lorenz Pfau vom Dienstag.

„Sichern Sie Beschäftigung und Zukunftsfähigkeit“

Darin schreiben die beiden obersten Mitarbeitervertreter weiter, dass nach der geplanten Ausgliederung des Geschäftsbereichs in das neue Unternehmen Vitesco Technologies zudem die finanzielle Basis von Conti wie auch von Vitesco „tragfähig und belastbar“ sein müsse. An Vorstand und Kontrolleure gerichtet forderten die Betriebsräte: „Sichern Sie Beschäftigung und Zukunftsfähigkeit beider Unternehmen!“

Milliardenverlust verbucht

Es sei wichtig, nun Vertrauen zu schaffen. Dann könne der Umbau von Continental und der Aufbau von Vitesco gelingen. Der Zulieferkonzern aus Hannover verbuchte 2019 unterm Strich einen Milliardenverlust und stellt sich angesichts des Umbruchs in der Autobranche derzeit in Richtung Sensorik, Elektronik sowie Software auf. Dabei könnte es neben der Schaffung neuer Jobs auch zu einem Personalabbau in klassischen Bereichen wie Hydraulik und Verbrennertechnik kommen.

Vorstandschef will Kündigungen „im Extremfall“ nicht ausschließen

Gewerkschafter sehen Umfang und Tempo des Umbaus kritisch – vor allem, weil bereits auch einige Werkschließungen angekündigt wurden. Betriebsratschef Allak verlangt, dass mögliche betriebsbedingte Kündigungen kein Thema sind. Vorstandschef Elmar Degenhart will diese vermeiden, aber „im Extremfall“ bisher auch nicht ausschließen, falls Maßnahmen wie Weiterbildung oder Vermittlung in alternative Jobs ohne Erfolg sind.

Folgen für Personalstrukturen und Beschäftigung

Eine Analyse der Umbaupläne durch eine Beratungsfirma habe gezeigt, dass es Folgen für „Personalstrukturen und Beschäftigung“ bei Conti und Vitesco geben werde, schreiben Allak und Pfau. Außerdem werde Continental „finanziell zusätzliche Lasten tragen“, zu denen es beim zunächst angepeilten Teilbörsengang von Vitesco nicht gekommen wäre.

Lesen Sie auch

Von RND/lni

Die Nord/LB will ihre Dependance in der Hansestadt deutlich verkleinern. Von aktuell 400 Mitarbeitern sollen an dem Standort nur knapp 100 übrig bleiben. Die übrigen werden nach Hannover und Oldenburg versetzt – oder können das Unternehmen über Altersteilzeitmodelle und Abfindungen verlassen.

06.03.2020

Der Autozulieferer macht derzeit keine leichte Zeit durch, meint unser Kommentator Jens Heitmann. Im Vergleich zu früher aber steht der Konzern stabil da.

05.03.2020

Der hannoversche Autozulieferer Continental muss deutliche Verluste hinnehmen. In der Bilanz steht ein Milliardenminus. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen – selbst betriebsbedingte Kündigungen werden nicht ausgeschlossen.

05.03.2020