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Niedersachsen Gewinn leidet unter Investitionen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Gewinn leidet unter Investitionen
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00:19 05.08.2018
In der Reifenfertigung verdient Conti wieder mehr. Quelle: dpa
Hannover

Wegen hoher Investitionen in die Zukunftsfelder Elektromobilität, die Vernetzung der Autos und das autonome Fahren stagniert bei Continental der Ertrag. Während der Autozulieferer seinen Umsatz im ersten Halbjahr um 1,6 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro steigern konnte, ging der bereinigte operative Gewinn leicht von von 2,3 auf 2,2 Milliarden Euro zurück. Das nehme man aber bewusst in Kauf, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart am Donnerstag in Hannover: „Unsere technologische Stärke sichert unser schnelles und profitables Wachstum.“ Unter dem Strich stand ein leichtes Plus auf knapp 1,6 Milliarden Euro.

Etwas weniger entspannt blickt die Konzernführung auf die Einführung der neuen Abgas- und Verbrauchsstandards. Viele Autohersteller haben bereits erklärt, dass sie bis zum Herbst nicht alle Modelle produzieren können, weil die ab September geltende sogenannte WLTP-Zulassung fehlt. Wenn es bei den Hersteller nicht rund laufe, bekämen das auch die Zulieferer zu spüren, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer. Bis zum Jahresende wird sich das Geschäft nach Ansicht des Managements jedoch wieder normalisieren – bei Conti rechnet man mit einem starken vierten Quartal.

Starkes Plus im zweiten Quartel

Zufrieden zeigte sich Degenhart mit der Entwicklung der Antriebssparte („Powertrain“), die der Konzern an die Börse bringen will. Insbesondere im zweiten Quartal habe der Umsatz zugelegt, sagte der Conti-Chef: „Unsere zukünftige Aufstellung bereitet den Weg, dass sowohl Powertrain als auch alle anderen Divisionen sich auch künftig weiter schneller als unsere relevanten Märkte entwickeln können.“ Im gesamt ersten Halbjahr stagnierte der Umsatz der Sparte jedoch bei knapp 4 Milliarden Euro, der operative Gewinn schrumpfte um rund 9 Prozent auf 210 Millionen Euro.

Der Bereich Automotive steigerte die Erlöse um 2,8 Prozent auf 13,8 Milliarden Euro, die bereinigte operative Marge lag bei 8,1 Prozent. Im Reifengeschäft sank der Umsatz um 2,4 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro, die Marge fiel von 18,5 auf 16,4 Prozent. Die Kautschuk-Spezialisten von Contitech eröhten ihre Erlöse um 3,9 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, die Rendite stieg leicht auf 7,2 Prozent.

Wie Conti Mitte Juli mitteilte, soll es ab 2020 eine neue Firmenstruktur geben. Zudem baut der Konzern eine neue Zentrale an der Pferdeturmkreuzung.

Von Jens Heitmann

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