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Niedersachsen Conti entwickelt die intelligente Straßenlampe
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen

Continental in Laatzen: „Intelligente Straßenlampe“ weist den Weg in die Zukunft

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13:27 12.07.2019
Sensoren an Straßenlampen weisen künftig den Weg zur freien Parklücke. Quelle: Rainer Dröse
Laatzen

Von der Fackel über die Gaslampe bis zur LED-Leuchte war es ein weiter Weg, an der Funktion der Straßenlaterne haben die Zeitläufe hingegen nichts geändert: Sie soll Licht ins Dunkel bringen.

Die Entwickler des hannoverschen Autozulieferers Continental interessiert das aber nur am Rande. Ihnen ist wichtiger, dass die Masten in festgelegten Abständen stehen, über einen Stromanschluss verfügen und aufgrund der Höhe Schutz vor Vandalismus bieten – aus jeder Laterne könne deshalb eine „intelligente Straßenlampe“ werden, sagte der zuständige Produktmanager Christian Giell am Donnerstag bei der Tech-Show 2019 des Konzerns in Laatzen.

Nicht mehr so lange stehen an der Ampel?

Schlau sind natürlich nicht die Lampen selbst, sondern die Sensoren: Sie empfangen Signale der Sender von Fahrzeugen in der Nähe und geben die gesammelten Daten weiter – Informationen zur Verkehrsdichte können helfen, die Signalwechsel an Ampeln so zu steuern, dass die Standzeiten an Kreuzungen sinken.

Auch als Wegweiser zu freien Parkplätze oder als Warner vor Unfallstellen böten sich die Laternen an, hieß es. „Wir wollen mit diesen neuen Infrastruktur-Technologien neue Wege zu einer sicheren Mobilität aufzeigen“, sagte Ralph Lauxmann, Leiter Systems & Technologie der Division Chassis & Safety.

Die Bedeutung von Daten wächst

Für die Autobranche werden Daten immer wichtiger. Noch vor wenigen Jahren habe die Software nur ein Zehntel am Wert eines Autos ausgemacht, hieß es bei Conti. Bis 2023 werde dieser Anteil in Premiumfahrzeugen bis auf 40 Prozent steigen. Die Vernetzung der Fahrzeuge untereinander nehme zu – aber auch die Kommunikation mit Servicediensten oder Verkehrsleitzentralen, sagt der Technik-Chef der Automotive-Sparte, Dirk Abendroth. Für den Konzern biete das große Chancen: „Wir müssen ein Technologieangebot machen, das für andere unwiderstehlich ist.“

Conti forscht auch an selbstfahrenden Taxis. Die Umgebung erfasst das Fahrzeug mittels Umfeldsensoren. Quelle: Rainer Dröse

Auch deshalb will man sich bei Continental mit der Rolle des Zulieferers nicht mehr zufrieden geben. An einer engen Kooperation mit den Herstellern führe zwar weiterhin kein Weg vorbei, hieß es – aber der Konzern müsse zudem sichtbar eigene Akzente setzen, um sich von der Konkurrenz abzusetzen.

Das gelte mit Blick auf altbekannte Wettbewerber wie Bosch, Delphi oder ZF, zunehmend in den Fokus rücken jedoch neue Gegenspieler aus der Konsumerelektronik. Die IT-Industrie möge Vorteile beim Programmieren haben, sagte Abendroth. Noch aber könne sie kein Fahrzeug betriebssicher auf die Straße bringen. Das Rennen sei daher offen: „Es wird auf beiden Seiten Gewinner und Verlierer geben.“

Dienstleistungen als Garant für mehr Umsatz

Mit der „intelligenten Straßenlampe“ wird Continental nicht das große Geld verdienen – sie dient aber als Symbol für den neuen Anspruch, der über das Auto selbst hinausreicht. Mit Dienstleistungen solcher Art stehe der Konzern noch am Anfang, hatte Vorstandschef Elmar Degenhart bei der Hauptversammlung erklärt: „Wir kommen heute auf einen Umsatz von rund 120 Millionen Euro – wir steigern ihn auf das Dreifache in den kommenden fünf Jahren.“

Sicheres Abbiegen: Ein Rechtsabbiegeassistent für Pkw soll Radfahrer und Fußgänger schützen. Quelle: Rainer Dröse

Von Jens Heitmann

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