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Niedersachsen Continental platziert weitere Euro-Anleihen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Continental platziert weitere Euro-Anleihen
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09:39 28.09.2010
Von Stefan Winter
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Continental nutzt die günstigen Bedingungen am Kapitalmarkt und holt sich weiteres Geld in die Kasse. Nach zwei erfolgreichen Anleihen in den vergangenen Wochen sollten zwei weitere aufgelegt werden, kündigte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer am Montag in Hannover an. Es seien die letzten Anleihen in diesem Jahr, sagte er. Sie sollen bis zu 1,25 Milliarden Euro bringen. Die Aktienanleger reagierten wenig begeistert. Nach wochenlangem Anstieg fiel der Kurs gestern um mehr als 3 Prozent.

Continental hat aus der VDO-Übernahme hohe Bankschulden, die größtenteils in zwei Jahren fällig werden. Um dann nicht unter extremem Druck mit den Banken über eine Verlängerung verhandeln zu müssen, will der Konzern einen Teil der Kredite vorzeitig zurückzahlen. Das Geld dafür leiht er sich durch den Verkauf der Anleihen am Kapitalmarkt. Gleichzeitig werden die Rückzahlungstermine entzerrt: Die beiden neuen Anleihen sind 2016 und 2018 fällig. Insgesamt bis zu 4 Milliarden Euro will der Konzern auf diesem Weg umschichten, 3 Milliarden Euro sind mit den beiden neuen Tranchen bereits beisammen.

„Wir haben in den Kontakten mit Investoren unverändert großes Interesse signalisiert bekommen“, erklärte Schäfer. Bei allgemein sehr niedrigen Zinsen bieten die Papiere vergleichsweise hohe Renditen. Conti hat wegen seiner hohen Schulden und der Unsicherheit um den Großaktionär Schaeffler ein schlechtes Rating und muss den Käufern seiner Anleihen entsprechend hohe Zinsen zahlen: Die ersten beiden Anleihen werden mit 8,5 und 7,5 Prozent verzinst, die Konditionen für Nummer drei und vier stehen noch nicht fest.

Conti nutzt auch die aktuell guten Unternehmensnachrichten für die Investorenwerbung. Das Zuliefergeschäft erholt sich schneller als erwartet, was einen etwas niedrigeren Zins möglich machen sollte. Gleichzeitig ist ins schwierige Verhältnis mit dem noch höher verschuldeten Großaktionär Schaeffler mehr Ruhe eingekehrt. Conti will in jedem Fall wieder auf solideren finanziellen Beinen stehen, wenn im nächsten oder übernächsten Jahr erneut über eine Fusion mit Schaeffler zu reden sein wird.

„Die bislang platzierten Anleihen waren stark überzeichnet“, erklärte Schäfer. Man habe sich deshalb für „weitere Anleihen in engem zeitlichen Umfeld der Vorläufer entschieden“. So komme der Konzern rasch seinem Ziel näher, „das Fälligkeitenprofil deutlich zu verbessern“. Die Transaktion wird federführend von Citi und Royal Bank of Scotland organisiert.

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