Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Continental wächst in neue Dimensionen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Continental wächst in neue Dimensionen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:53 11.01.2011
Von Lars Ruzic
Quelle: Rainer Dröse (Symbolbild)
Anzeige

Auf Rekordhöhe steigt auch die Mitarbeiterzahl: Mit fast 150.000 Menschen beschäftigt der hannoversche Konzern gut 15.000 mehr als noch vor Jahresfrist. Der Aufbau fand allerdings zu großen Teilen im Ausland und mit Leiharbeitern statt.

„Wir haben 2010 einen Umsatz von mehr als 25,5 Milliarden Euro erzielt, nachdem die letzten drei Monate des Jahres besser gelaufen sind als erwartet“, sagte Konzernchef Elmar Degenhart am Rande der Autoshow in Detroit. Das entspricht einem Wachstum um 27 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis – aus dem Conti nicht nur Steuer- und Zinszahlungen, sondern auch Abschreibungen und Sondereffekte herausrechnet – soll bei rund 2,4 Milliarden Euro oder 9,5 Prozent liegen. Das entspricht einer Verdoppelung des Wertes von 2009.

Anzeige

In der Branche wird davon ausgegangen, dass die Hannoveraner auch beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) – dem klassischen Indikator für die operative Ertragsstärke – den Rekordwert von 2007 (1,68 Milliarden Euro) übertreffen werden. Unterm Strich dürften allerdings die gewaltigen Zinslasten, die noch aus der VDO-Übernahme herrühren, und neuerdings auch überraschend stark gestiegene Steuerforderungen dafür sorgen, dass vom Ebit nicht mehr viel übrig bleibt. Zuletzt war im Konzern von einem Nettoergebnis von 400 Millionen Euro die Rede, was die Aktionäre – allen voran Mutter und Sohn Schaeffler – nach zwei Jahren mit Milliardenverlusten aber wieder besser schlafen lassen dürfte. An der Börse war Conti am Dienstag jedenfalls gefragt: Das im M-Dax notierte Papier legte zeitweise mehr als 4 Prozent zu.

Degenhart hob hervor, dass der Konzern seine im Lauf des Jahres mehrmals nach oben korrigierten Ergebnisziele übertreffen konnte, obwohl er in der Gummisparte eine zusätzliche Kostenbelastung von 480 Millionen Euro verkraften musste. Dahinter stehen auf Rekordhöhen gestiegene Kautschukpreise, die vor allem dem Bereich Lkw-Reifen zu schaffen machen. Ihr Anteil an Naturkautschuk ist wesentlich höher als der von Pkw-Reifen. Letztere bewiesen 2010 einmal mehr ihre zentrale Bedeutung für den Konzern, konnte er doch im besonders gewinnträchtigen Winterreifengeschäft einen Rekord von mehr als 20 Millionen verkauften Exemplaren vermelden. Wie berichtet, hatte es im Dezember bei einigen Typen Engpässe gegeben, weil die Nachfrage schlagartig angeschwollen war. Auch 2011 sollen die Conti-Fabriken rund um die Uhr unter Volldampf stehen.

Erfolgreich gestaltet sich offenbar auch die Sanierung der Problemsparte Powertrain, die Komponenten und Systeme rund um den Antriebsstrang anbietet. Der Bereich habe im gesamten Jahr beim bereinigten Ergebnis schwarze Zahlen geschrieben, so Degenhart. Das Ziel wurde ein Jahr früher erreicht als geplant.