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Niedersachsen Conti bringt die Geister an Bord
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00:15 07.06.2013
Von Lars Ruzic
Noch befinden sich automatisch fahrende Autos im Teststadium – wie hier auf dem Contidrom –, das soll sich in den nächsten Jahren ändern. Quelle: HAZ
Jeversen

Es sind Drillinge. Serienmäßige VW Passat, denen man ihre Hightech-Ausrüstung von außen nicht ansieht. Drei Modelle haben sie bei Continental vollgestopft mit Kameras, Infrarot- und Radarsensoren, Abstandsregeltempomat, Notbremsassistent, intelligenter Antenne, und, und, und. Ein Drilling fährt seit Monaten im US-Bundesstaat Nevada auf öffentlichen Straßen umher, die beiden Brüder müssen sich derzeit auf das Contidrom beschränken – das Testgelände des Zulieferriesen in der Südheide. Noch ist die deutsche Straßenverkehrsordnung nicht geschaffen für Autos, die von Geisterhand fahren.

Noch mutet es nach Science-Fiction an, wenn sich das Lenkrad völlig selbstständig dreht. Wenn der Wagen sich eigenständig durch eine Baustelle schlängelt. Wenn er die Geschwindigkeit drosselt, weil ein entsprechendes Verkehrsschild auftaucht. Und wenn er bremst, weil das Auto vor ihm langsamer wird. Doch bei Conti ist man sich sicher, dass das sogenannte automatisierte Fahren keine allzu ferne Zukunftsmusik ist. Schließlich gebe es die einzelnen Assistenzsysteme schon, sagt Alfred Eckert, Leiter Zukunftsentwicklung der Conti-Sparte Chassis & Safety. Sie müssten nun noch intelligent vernetzt und durch Software koordiniert werden.

Schon in drei Jahren will der Konzern teilautomatisiertes Fahren möglich machen. In diesem Fall kann sich das Auto selbstständig im Stop-and-go-Verkehr bewegen, bis zu einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. Allerdings wird der Fahrer hier noch nicht aus der Verantwortung entlassen. Er muss jederzeit bereit sein, die Kontrolle zu übernehmen. Von 2020 an soll auch das nicht mehr nötig sein. Das Auto meldet dann, wann es den Fahrer wieder benötigt. Und weitere fünf Jahre später soll der Wagen dann mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern selbstständig fahren können. Eckert sieht in dieser Entwicklung nur Vorteile. „Die Straßen werden sicherer, der Verkehrsfluss besser, der Verbrauch sinkt, und vor allem bekommt der Fahrer mehr Freiraum und kann die Fahrtzeit besser für sich nutzen.“

Klar ist, dass Hersteller wie Zulieferer hier einen Riesenmarkt sehen. Sie gehen davon aus, dass die gewonnene Zeit dem Kunden Geld wert sein wird. Zudem können sie dann gleich noch Multimedia-Anwendungen mit verkaufen. Denn wer im Wagen plötzlich nichts mehr zu tun hat, will womöglich Filme ansehen, im Internet surfen oder Mails checken. Deshalb arbeiten die Großen mit Hochdruck an der Technologie. Conti beispielsweise hat sich gerade mit BMW zusammengetan, um Prototypen zu entwickeln, die auf den Autobahnen Europas unterwegs sein sollen.

Noch sei „viel Forschungs- und Entwicklungsarbeit notwendig“, sagt Eckert. An der Technologie werde das automatisierte Fahren aber nicht scheitern. Viel interessanter sind die rechtlichen und versicherungstechnischen Fragen, die sich hinter dieser Innovation auftun: Wer haftet, wenn die Geisterhand zum Geisterfahrer wird? Noch sind die regulatorischen Fragen nicht geregelt. Am Ende wird es der Gesetzgeber sein, der über das Wann und Wie einer Markteinführung entscheidet.

Zweit Batterie fürs Auto

Dass der Weg zum Massenmarkt für Elektroautos noch lang ist, bestreitet in der Industrie niemand mehr. Die Branche arbeitet deshalb mit Hochdruck an Zwischenlösungen, die Benzin- und CO2-Verbräuche senken, um die verschärften Grenzwerte einzuhalten. Dabei zeichnet sich ein weiterer Zwischenschritt ab: der Einbau einer zusätzlichen 48-Volt-Batterie auf Lithium-Ionen-Basis. Sie könnte die Versorgung von energieintensiven Verbrauchern wie der Klimaanlage übernehmen und so den Motor entlasten. Gleichzeitig ist sie in der Lage, Bremsenergie zu speichern und den Motor etwa beim Ausrollen zu unterstützen. Gut 13 Prozent Spriteinsparung hat Conti für seine Batterie errechnet, die mit dem koreanischen Partner SK Innovation entwickelt wurde. Konkurrent Johnson Controls hatte bereits auf der Hannover Messe ein 48-Volt-Modell präsentiert. „Alle Hersteller sehen sich das derzeit an“, hieß es bei Conti dazu. Erste Großaufträge könnte es zum Jahresende geben.

Die Computermesse CeBIT will künftig das Fußvolk abschrecken. Vom kommenden Jahr an fällt der bei Spielefreaks und Privatleuten beliebte Sonnabend als Ausstellungstag weg – der Preis für das Tagesticket steigt um die Hälfte auf 60 Euro.

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