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Niedersachsen Daimler und Bosch weiten E-Allianz aus
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Daimler und Bosch weiten E-Allianz aus
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21:55 16.11.2012
Von Lars Ruzic
„Stückzahl geht vor Exklusivität“: Im Hildesheimer Bosch-Werk werden bereits E-Motoren – hier für Porsche – gebaut. Quelle: dpa
Hildesheim

Die Kartellbehörden hätten dem bereits zugestimmt. Bis zum Jahresende soll die Produktion im Hildesheimer Bosch-Werk voll angelaufen sein. „Jetzt reden wir über ganz andere Volumina“, sagte Daimler-Manager Niestroj.

Das Absatzziel von ursprünglich einer Million E-Motoren bis 2020 haben die Partner deshalb bereits verdoppelt - was noch konservativ gerechnet sein dürfte. Bislang sollte EM-motive lediglich Motoren für reine Elektroautos entwickeln und bauen. Deren Stückzahlen sind bekanntlich noch überschaubar. Die Branche setzt deshalb - zumindest mittelfristig - auf Hybridantriebe aus Elektro- und Verbrennungsmotor, mit denen Autos wenigstens über kurze Strecken rein elektrisch fahren können. Studien gehen in diesem Segment von Wachstumsraten jenseits der 20 Prozent pro Jahr aus.

Damit bekommt die Kooperation für beide Konzerne und in der Autoindustrie insgesamt eine deutlich größere Bedeutung. Denn EM-motive soll nicht nur die Fahrzeuge aus dem Daimler-Konzern ausstatten, sondern seine Systeme auch allen anderen Autoherstellern anbieten. Den Verkauf an Dritte übernimmt dann Bosch. „Wir können ein sehr breites Spektrum bieten, das für viele Kunden interessant sein wird“, sagte Bosch-Manager Humpert.

Bislang stattet EM-motive die Daimler-Marken Mercedes und Smart sowie mehrere Modelle von Porsche und PSA Peugeot-Citroën mit Elektroantrieben aus. Das Geschäft mit der VW-Tochter und dem französischen Konzern brachte Bosch in die Kooperation ein. Den ersten eigenen Kunden hat das Gemeinschaftsunternehmen, an dem jeder Partner 50 Prozent hält, inzwischen auch gewonnen - in Nordamerika.

Das Ziel sei ein möglichst breites Kundenportfolio, so die EM-motive-Chefs. Die Partner wollen möglichst schnell auf hohe Stückzahlen kommen, um die Fertigung stärker automatisieren und Produktivitätsfortschritte erzielen zu können. „Stückzahl geht uns vor Exklusivität“, umschrieb es Niestroj. Dafür hat jeder bereits eine zweistellige Millionensumme investiert und sein komplettes Know-how eingebracht.

Im Hildesheimer Bosch-Werk belegt EM-motive eine Halle, in der rund 200 Mitarbeiter im Zwei-Schicht-Betrieb E-Motoren herstellen. Genug Kapazitäten seien vor Ort vorhanden, um die Autowelt vom Hildesheimer Wald aus mit alternativen Antrieben zu versorgen, betonte Produktionschef Humpert. Dann sei auch ein weiteres Beschäftigungswachstum denkbar.

Das Werk, das vor 75 Jahren am Berghang aus der Erde gestampft wurde, gilt bei beiden Partnern als ideal. „Wir können die ganze Kompetenz des Standorts nutzen“, sagte Humpert. Hildesheim ist innerhalb des Bosch-Konzerns Leitwerk für die Produktion von Startern und Lenkmotoren - und deshalb Spezialist für elektrische Maschinen. Zudem verfügen die Hildesheimer über ein Technologiezentrum, das Fertigungsplanung oder Musterbau übernehmen kann. Insgesamt arbeiten gut 3000 Menschen im Hildesheimer Wald.

Elektromotoren gehören nach einer vom Branchenverband VDA in Auftrag gegebenen Studie „zu den wichtigsten Innovationsthemen der Automobilindustrie“. Hier werde sich die Produktion zunehmend vom Hersteller auf den Zulieferer verschieben. Der Anteil der Autobauer an der Wertschöpfung dieser Komponente werde bis 2025 auf nur noch 9 Prozent sinken, prognostizieren die Autoexperten der Beratungsagentur Oliver Wyman.

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