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Niedersachsen Das plant VW für seine niedersächsischen Werke
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19:13 17.08.2018
Wolfsburg: Mitarbeiter arbeiten an einer Fertigungsstrecke des VW Golf 7. Quelle: dpa
Hannover

Eine Million Autos pro Jahr – diese Stückzahl will VW in Zukunft allein in seinem Stammwerk in Wolfsburg vom Band laufen lassen, wie Volkswagen jetzt ankündigte. Das wäre eine Steigerung von über 25 Prozent im Vergleich zum Wert von 2017. Und eine ganz andere Dimension als in einer durchschnittlichen Autofabrik. Üblich sind Stückzahlen von rund 250.000 im Jahr. VW gibt den über 60.000 Mitarbeitern am Heimatstandort also eine stabile Zukunftsperspektive. Zurzeit bauen sie unter anderem die Modelle Golf, Tiguan und Touran.

Auch in den anderen niedersächsischen Werken muss die Stammbelegschaft sich aktuell keine Sorgen um ihre Jobs machen. Der „Zukunftspakt“ aus dem Jahr 2016 sichert die Arbeitsplätze bei der Marke VW immerhin bis 2025. Trotzdem ist die Stimmung nicht überall gut. Ein Überblick über die aktuelle Lage und die Zukunftsaussichten:

Hannover

Hannover ist das Stammwerk der Schwestermarke VW Nutzfahrzeuge (VWN). Rund 15.000 Mitarbeiter bauen hier den T6 (die sechste Generation des Bullis), den Pick-up Amarok und Komponenten. Zurzeit ist die Lage für die Hannoveraner noch sehr gut. Der T6 ist extrem gefragt.

Langfristig warten aber große Hürden. VWN muss den CO2-Ausstoß seiner Flotte erheblich senken, um EU-Vorgaben einzuhalten. Jede Modellreihe soll es deshalb künftig auch mit Elektro-Antrieb geben. Wie bereitwillig Handwerker und Spediteure den E-Antrieb annehmen, muss sich noch zeigen.

Emden

SUVs boomen, klassische Limousinen und Kombis werden immer unbeliebter – diesen Trend spüren die Mitarbeiter in Emden zurzeit. Wegen der schwachen Nachfrage nach dem Passat hat VW den Werksurlaub verlängert und Kurzarbeit und Produktionspausen eingeplant. Auch 2019 werde ein „nicht ganz einfaches Jahr für Emden“, sagte Konzern-Betriebsratschef Bernd Osterloh vor Kurzem. Ein weiteres Modell, das für eine bessere Auslastung sorgen soll, ist bereits in Planung.

Salzgitter

In Salzgitter bauen rund 7100 Mitarbeiter Benzin- und Dieselmotoren sowie Motorenteile. Komponenten für Elektromotoren sollen dazukommen. Ob das langfristig reicht, um alle Jobs auch im Elektro-Zeitalter zu sichern, muss man hinterfragen.

VW erwägt zwar, künftig in Salzgitter auch Batteriezellen zu produzieren, statt sie nur von Zulieferern zu kaufen. Bislang gibt es hier aber nur ein Forschungszentrum und eine kleine Pilotfertigung für Zellen. Der Aufbau einer Massenproduktion würde Milliarden kosten. Und selbst dann wäre die Herausforderung, Konkurrenten wie Samsung einzuholen, gewaltig.

Braunschweig

Braunschweig ist vor allem als Standort der Finanztochter Volkswagen Financial Services bekannt. Doch VW baut hier auch Lenkungen, Achsen und viele weitere Komponenten. Außerdem fertigen die Braunschweiger ein extrem wichtiges Produkt für die Zukunft des Konzerns: Batteriesysteme für Elektroautos. Die Zellen werden zugekauft, aber Elektronik und Software stammen von VW. Die Stückzahlen sollen bald deutlich steigen – allerdings entstehen dadurch kaum neue Stellen in der Produktion.

Osnabrück

In Osnabrück befindet sich das kleinste niedersächsische VW-Werk. Rund 2800 Mitarbeiter bauen hier zum Beispiel eine ältere Tiguan-Generation. Auch die Elektro-Transporter für Volkswagens Sammeltaxi-Dienst Moia kommen hierher. Künftig sollen weitere Modelle wie das T-Roc-Cabrio und ein Skoda-SUV hinzukommen.

Von Christian Wölbert

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