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Deutsche Bank: Kommentar: Reine Symbolik hilft nicht weiter

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20:27 30.01.2020
Die Deutsche Bank zahlt trotz hoher Verluste immer noch Boni aus. Quelle: Arne Dedert/dpa
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Hannover

Bei der Verteidigung von Arbeitnehmerrechten macht Verdi keine Unterschiede. Dass der Vorstand der Deutschen Bank angesichts eines neuerlichen Milliardenverlustes auf die Hälfte seiner Bonuszahlung verzichte, verdiene Respekt, meint der oberste Vertreter der Gewerkschaft im Aufsichtsrat, Detlef Polaschek. Denn aufgrund der „erreichten Kennzahlen“ hätten die obersten Angestellten eigentlich Anspruch auf „die volle variable Vergütung“ gehabt.

Rechtlich liegt er damit richtig, denn die Hauptversammlung hat das Vergütungssystem für die Chefetage mit großer Mehrheit genehmigt. Aber wer Jahr für Jahr die Erwartungen der Aktionäre enttäuscht und zugleich Tausende von Stellen streicht, sollte sich auch noch ein Gefühl für die Verhältnismäßigkeit bewahren. Damit war es bei der Deutschen Bank indes noch nie weit her: In den vergangenen Jahren lag die Summe der an die führenden Manager ausgezahlten Boni trotz Dauerkrise deutlich höher als die Dividenden-Ausschüttungen für die Anteilseigner.

Die Geste der Vorstände mag gut gemeint sein; angesichts der Historie wirkt sie aber bestenfalls halbherzig und hilft der Bank nicht weiter. Weder von der Summe her – da ist der teilweise Boni-Verzicht nur ein symbolischer Beitrag zur Kostensenkung – noch für das Image: Da wäre die Implementierung eines erfolgreichen Geschäftsmodells viel wichtiger. Die neue Mannschaft an der Spitze wähnt sich hier zwar auf einem guten Weg, der Beweis dafür steht aber noch aus. Sollte die Wende gelingen, würde der Vorstand den Anspruch auf eine veritable Vergütung untermauern.

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Von Jens Heitmann

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