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Niedersachsen Deutsche Messe AG ruft für 2011 die Wende aus
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Deutsche Messe AG ruft für 2011 die Wende aus
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21:38 14.12.2010
Von Stefan Winter
Der erste Höhepunkt des Messejahres ist Anfang März die CeBIT. Quelle: dpa
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Hannover. Das nächste Jahr soll der Deutschen Messe AG die Wende bringen. Nach drei Jahren mit Umsatzrückgängen und hohen Verlusten werde 2011 der Wiederaufstieg beginnen, sagte Vorstandschef Wolfram von Fritsch. Das Unternehmen werde wieder „aus eigener Kraft wachsen und wirtschaften“. Eine Schlüsselrolle spielen dabei Zukäufe: Der Markt werde nach Veranstaltungen abgesucht, sagte von Fritsch. Innerhalb der nächsten zwölf Monate will er Ergebnisse präsentieren.

Der Umschwung ist 2011 durch den Veranstaltungsrhythmus praktisch garantiert. Turnusgemäß hat die Hannover Messe ein besonders üppiges Programm, außerdem stehen Großveranstaltungen wie Ligna, Emo und Cemat im Kalender. Im Ausland sind fünf Messepremieren geplant, nach 13 in diesem Jahr. Es stehe das veranstaltungsstärkste Jahr der Unternehmensgeschichte bevor, sagte von Fritsch. Entsprechend erwartet er einen Umsatzsprung von 30 Prozent und schwarze Zahlen.

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Beides ist allerdings auch nötig. von Fritsch nannte keine Zahlen für 2010 und erklärte lediglich, der Verlust sei „um einen hohen einstelligen Millionenbetrag“ niedriger ausgefallen, als in diesem „Jahr der Vorinvestitionen“ befürchtet. Nach Informationen dieser Zeitung fuhr das Unternehmen unterm Strich rund 30 Millionen Euro Verlust ein. Dabei schrumpfte der Umsatz von 222 auf gut 200 Millionen Euro.

Wegen der starken jährlichen Schwankungen im Messekalender bevorzugt der Vorstand allerdings einen Vierjahresvergleich: Die gerade vom Aufsichtsrat abgesegnete Planung für 2011 bis 2014 wird den Ergebnissen von 2007 bis 2010 gegenübergestellt. Sie sieht im Schnitt 10 Prozent Wachstum auf insgesamt mehr als eine Milliarde Euro Umsatz in den vier Jahren vor. Nach den zurückliegenden Verlusten kündigt von Fritsch für die nächsten vier Jahre insgesamt einen „zweistelligen Millionengewinn“ an. Im Aufsichtsrat berichtete er von 11 Millionen – es dürfte also auch Verlustjahre geben. Dennoch soll das Unternehmen 2013 entschuldet sein.

Nach den Sparrunden der vergangenen Jahre will der Messechef Wachstum durch Diversifikation zum Beispiel mit Internetportalen, durch neue Veranstaltungsformate und neue Themen erreichen. Inzwischen gibt es bei der Deutschen Messe AG eine eigene Abteilung für Zukäufe, die systematisch vorhandene Messen im In- und Ausland abklopfe. Rund 400 Veranstaltungen seien im „Messe-Radar“, sagte von Fritsch: „Wir werden in relevantem Ausmaß Messen zukaufen.“ Weil das die Konkurrenz auch tut, sind die Preise in Deutschland allerdings hoch. Deshalb ist das „Radar“ vor allem ins Ausland gerichtet – auch in der Hoffnung, Themen von dort später in Deutschland zu etablieren. Wieviel Geld dafür zur Verfügung steht, sagte von Fritsch nicht.