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Niedersachsen Deutsche Messe fühlt sich wieder standfest
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19:57 04.06.2014
Von Stefan Winter
Hannoversches Wahrzeichen: Die Messe will bald wieder aus eigener Kraft investieren können. Quelle: Christian Werner
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Hannover

Nach einem zweistelligen Millionengewinn im vergangenen Jahr stellt sich die Deutsche Messe AG auf Gegenwind 2014 ein. Die Währungsschwächen in einigen Auslandsmärkten zwangen bereits zu einer Korrektur der Umsatzplanung. Das Ziel bleibe, dauerhaft profitabel zu werden und Investitionen künftig selbst finanzieren zu können. 2009 hatten die öffentlichen Eigentümer das Unternehmen mit einer üppigen Geldspritze gerettet.

„Die Deutsche Messe hat die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre fortgesetzt“, sagte Vorstandschef Wolfram von Fritsch. Im vergangenen Jahr habe der Umsatz bei 312 Millionen Euro gelegen. Das war um ein Viertel mehr als im Vorjahr, das allerdings kaum vergleichbar ist: Wegen des Veranstaltungszyklus sind die geraden Jahre stets die schwächeren und die ungeraden die stärkeren. Aber auch im Vergleich zu 2011 lag der Umsatz um knapp 7 Prozent höher. Es blieben 13,4 Millionen Euro Gewinn - etwas weniger, als zunächst geplant, aber dennoch das zweitbeste Ergebnis seit 2001. Weit vorn liegt 2011, als Sondereffekte den Gewinn aufblähten. In den schwachen geraden Jahren verbuchte die Messe AG bisher meist spürbare Verluste.

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So dürfte es auch 2014 werden. Von Fritsch rechnet „turnusgemäß“ mit roten Zahlen „im niedrigen zweistelligen Millionenbereich“. Beim Umsatz werden mehr als 280 Millionen Euro erwartet, damit würde das vergleichbare Jahr 2012 übertroffen. Ursprünglich hatte man sogar mit rund 300 Millionen Euro geplant, doch die Währungsschwäche zum Beispiel in der Türkei und die politische Unruhe um die Ukraine zwangen zu einer Korrektur der Erwartungen. Dennoch sei das Jahr „mit einem starken Verlauf der Frühjahrsveranstaltungen positiv gestartet“, sagte von Fritsch.

Ein wichtiges Zwischenziel kann der seit 2008 amtierende Messechef praktisch nicht mehr verfehlen: Für die Jahre 2011 bis 2014 soll die Messe AG zusammengerechnet ein positives Ergebnis erzielen. Dank der Sondereffekte aus 2011 gibt es dafür ein ordentliches Polster. Der nächste Schritt sind dann nachhaltige Gewinne und Spielraum für selbstfinanzierte Investitionen. Das Ergebnis 2013 sei „eine gute Basis für unser Ziel, mittelfristig ein dauerhaft profitables Unternehmen zu werden“, sagte von Fritsch. In Deutschland wurden 56 Messen und Veranstaltungen ausgerichtet, zu denen mehr als 2,1 Millionen Besucher kamen. Im Ausland kamen 63 Messen mit knapp 1,9 Millionen Besuchern hinzu. Die Zahl der Mitarbeiter ist leicht auf mehr als 1100 gestiegen.

Als Erfolge des vergangenen Jahres verbucht er die langfristige Vertragsverlängerung für die Werkzeugmaschinenmesse EMO, den Baubeginn für eine „multifunktionale Messehalle“, die im Frühjahr 2015 fertig sein soll, und neue Auslandsengagements: In Kanada kaufte sich die Deutsche Messe AG bei einer Windenergiemesse ein, in China bei der „Industrial Automation Shenzen“ und in der Türkei bei einer Energiemesse. Insgesamt seien im vergangenen Jahr neun neue Messen im Ausland gestartet worden, davon sechs in Brasilien, Russland, Indien und China. Diese BRIC-Staaten waren in den vergangenen Jahren sehr wachstumsstark, haben mit Ausnahme Chinas zurzeit allerdings einige Probleme. Auch deshalb dürfte 2014 für die Messemacher kein einfaches Jahr werden.

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