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Niedersachsen Die Autobranche atmet durch
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20:58 14.01.2011
Von Stefan Winter
Statt Krise bringt 2010 starkes Wachstum. Quelle: dpa
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Das seien 12 Prozent mehr gewesen als im Vorjahr. Damit korrigierte der Branchenverband seine bisherige Schätzung von knapp 60 Millionen Autos.

Zum Jahresende habe die Nachfrage noch deutlich angezogen, erklärte der VDA. Der Verband erwartet, dass sich das Wachstum in diesem Jahr fortsetzen wird, nach früheren Aussagen könnte es bei rund 8 Prozent liegen. Die deutschen Hersteller hätten in vielen Regionen ihren Marktanteil gesteigert, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. „Weltweit zählt rund jeder fünfte Neuwagen zu einer deutschen Konzernmarke.“ Dazu wiederum steuert der VW-Konzern gut die Hälfte bei.

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Die wichtigsten Wachstumsmärkte sind weiterhin Brasilien, Indien und China. Außerdem ist im vergangenen Jahr Russland nach einem herben Einbruch während der Finanzkrise in diesen Kreis zurückgekehrt. Auch in den USA wächst nach vielen schwachen Jahren wieder die Nachfrage. Dagegen schrumpfte sie in Westeuropa nach dem Ende vieler Förderprogramme. Nach VDA-Angaben ging die Zahl der Neuzulassungen hier um 5 Prozent auf 13 Millionen zurück.

Rund um die Welt haben die Regierungen Milliarden ausgegeben, um eine ihrer wichtigsten Industrien durch die Krise zu bringen. So führten nicht zuletzt Steuervergünstigungen in China zu einem Verkaufszuwachs um ein Drittel auf 11,3 Millionen Autos. In den Vereinigten Staaten trieb eine Verschrottungsprämie den Absatz der „Light Vehicles“ um 11 Prozent auf 11,6 Millionen Fahrzeuge – was immer noch weit unter früheren Werten liegt. Ein ähnliches Bild in Russland: Hier wuchs der Absatz dank Verschrottungsprämien um ein Drittel auf 1,9 Millionen Autos, womit das Vorkrisenniveau aber noch nicht wieder erreicht ist. In Indien legte der Absatz ebenfalls um ein Drittel auf 2,4 Millionen Wagen zu. Brasilien brachte es mit 3,3 Millionen Autos auf ein Plus von 11 Prozent. Damit kauften die Brasilianer erstmals mehr Autos als die Deutschen.

Die Wachstumsmärkte des alten Jahres werden auch die des neuen sein, allerdings verschieben sich die Gewichte leicht. So wird nach dem Boom 2010 mit einer Abkühlung des Marktes in China gerechnet, die zum Jahreswechsel bereits einsetzte. Dafür kommt die Nachfrage in Europa wieder etwas besser in Fahrt. Im Dezember habe der Absatz hier mit einer Million Pkw nur noch um 3,2 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats gelegen, teilte am Freitag der europäische Branchenverband ACEA mit. In den neuen EU-Ländern, deren Märkte in der Finanzkrise zum Teil massiv eingebrochen waren, habe sich die Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte zunehmend stabilisiert. Auch der deutsche Markt wuchs im Dezember wieder gegenüber dem schwachen Vorjahresmonat. Insgesamt blieb die Zahl der Neuzulassungen mit 2,92 Millionen Pkw zwar um 23,4 Prozent unter dem Vorjahr, doch auch hier fiel der Einbruch nach dem Abwrackboom nicht so dramatisch aus wie befürchtet.

Albrecht Scheuermann 14.01.2011