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Niedersachsen Drogeriemarktkette dm will im Norden wachsen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Drogeriemarktkette dm will im Norden wachsen
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20:09 21.10.2010
Erich Harsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Drogerie dm, beschreibt die Expansionsziele. Quelle: dpa
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Die Drogeriemarktkette dm will in den nächsten ein bis zwei Jahren Branchenführer Schlecker als Nummer eins ablösen und setzt dabei vor allem auf die Expansion in Norddeutschland. Allein in der Region Hannover seien mittelfristig rund 30 Filialen denkbar, sagte die Gebietsverantwortliche Christiane von Roda am Donnerstag anlässlich der Bilanzvorlage des Konzerns. Das entspräche nahezu einer Verdopplung des aktuellen Bestands. Im gerade angelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 (30. 9.) geht sie von zwei neuen Geschäften im Stadtgebiet aus.

Niedersachsenweit kommt dm sechs Jahre nach dem Start im Rossmann-Kernland inzwischen auf 53 Läden, die zuletzt 128 Millionen Euro Umsatz erwirtschafteten – ein Plus von 28,5 Prozent. „Uns kennen hier schon viele, aber es gibt noch genug, die wir gewinnen können“, so von Roda. Ermutigend sei die Tatsache, dass auch die „älteren“ Filialen noch auf rund 15 Prozent Umsatzplus kämen. Allerdings erreichen sie damit noch immer nicht die Umsatzzahlen traditioneller dm-Gebiete wie etwa in Baden-Württemberg. Dort verfügt der Konzern über viermal so viele Geschäfte, macht jedoch sechsmal so viel Umsatz.

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Konzernchef Erich Harsch sagte, er rechne damit, „in absehbarer Zeit“ Schlecker von der Spitze stoßen zu können. Für das neue Geschäftsjahr peilt er erstmals mehr als 6 Milliarden Euro Umsatz an. Zuletzt kam dm europaweit auf 5,65 Milliarden Euro – ein Plus von 8,7 Prozent. Damit lag das Unternehmen merklich unter den Wachstumsraten der vergangenen Jahre und wird wohl auch nicht mit dem Dauerkonkurrenten Rossmann mithalten können. Die Burgwedeler rechnen nach früheren Angaben für 2010 mit einem Zuwachs von 12 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro.

Im Geschäftsjahr 2010/2011 wolle dm rund 100 neue Märkte in Deutschland eröffnen, sagte Expansionschef Markus Trojansky. Insgesamt sehe er hierzulande Potenzial für bis zu 2000 Geschäfte. Derzeit betreibt dm im Inland 1185 Läden, in weiteren elf europäischen Ländern tragen 2400 Geschäfte das dm-Logo. Auf das Ausland entfallen 1,57 Milliarden Euro Umsatz. Der Karlsruher Drogist beschäftigt hier rund 23.000 Mitarbeiter, europaweit mehr als 36.000.

Zum Ergebnis hält sich das Unternehmen traditionell bedeckt. Es liege bei mehr als einem Prozent vom Umsatz, hieß es lediglich. Für das erfolgreiche Geschäftsjahr habe jeder Mitarbeiter in Deutschland eine Sonderzahlung von 600 Euro bekommen. Für Expansion und Ausbau bestehender Märkte in Deutschland sind Investitionen in Höhe von 68 Millionen Euro vorgesehen. Insgesamt will der inzwischen von einer Stiftung kontrollierte Konzern 2010/2011 in Europa rund 170 Millionen Euro investieren.

Lars Ruzic (mit dpa)