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Niedersachsen EDC in Langenhagen bietet Mitarbeitern Abfindungen an
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen EDC in Langenhagen bietet Mitarbeitern Abfindungen an
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18:10 04.12.2010
Im Langenhagener CD-Werk sollen 100 Arbeitsplätze wegfallen. Quelle: Archiv
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Nach langen Auseinandersetzungen haben sich Belegschaft und Management des CD- und DVD-Presswerks Entertainment Distribution Company (EDC) in Langenhagen auf die künftigen Arbeitsbedingungen geeinigt. Die Vereinbarung sieht einen „sozialverträglichen“ Abbau von rund 100 Stellen sowie eine Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 40 Stunden vor.

Dafür hat das Unternehmen zugesagt, in den kommenden drei Jahren 5 Millionen Euro in die Fertigung sowie neue Geschäftsfelder zu investieren und auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Für die Mitarbeiter soll es ein „Weiterbildungs- und Qualifizierungsprogramm“ geben. Die Vereinbarung wurde der Belegschaft am Freitag auf einer Versammlung erläutert. Über Details muss noch verhandelt werden.

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Das Ergebnis der Verhandlungen mit der Unternehmensleitung sei „akzeptabel“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Uwe Rittentrop und erinnerte daran, dass ursprünglich ein weiterer Gehaltsverzicht, 150 Entlassungen und die Einführung der 40-Stunden-Woche vorgesehen gewesen seien. Für die nun erzielte Vereinbarung habe man die uneingeschränkte Zustimmung der Belegschaft erhalten. Es werde keine weiteren Lohnkürzungen geben. Die Arbeitszeit der Beschäftigten erhöht sich zwar von 37,5 auf 40 Stunden – jedoch mit Lohnausgleich. Dadurch verdienen die Mitarbeiter künftig im Monat zwischen 115 und 250 Euro mehr als bisher. Die Entlohnung liegt allerdings unter Tarifniveau.

Die Verhandlungspartner seien sich einig, dass wegen eines scharfen Wettbewerbs bei EDC Kostensenkungen unumgänglich seien „und kurzfristig realisiert werden sollen“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Betriebsrat, Management und Gewerkschaft IG BCE. Durch eine „Optimierung der betrieblichen Abläufe“ solle die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, das vor allem für seinen früheren Eigentümer Universal CD presst, verbessert werden.

Den Abbau der 100 Arbeitsplätze will man dadurch erreichen, dass Beschäftigte freiwillig das Unternehmen verlassen. Als Abfindung will die Firma für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit ein Monatsgehalt zahlen. Eine „Transferagentur“ soll die Beschäftigten beraten und dabei unterstützen, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. „Ich denke, das Programm ist attraktiv“, sagte Geschäftsführer John Fitzgerald. Die Verhandlungspartner sind zuversichtlich, dass genügend Mitarbeiter das Angebot zum freiwilligen Ausscheiden annehmen werden. Derzeit hat EDC etwa 750 feste Mitarbeiter. Hinzu kommen bis zu 150 Zeitarbeitskräfte.

Wie viel der Stellenabbau das Unternehmen voraussichtlich kosten wird, verriet Fitzgerald nicht. Der Geschäftsführer räumte ein, dass das Management bei den Verhandlungen über die Restrukturierung auch Fehler gemacht habe. Dem EDC-Werk macht der Strukturwandel im Markt mit rückläufigen CD-Verkaufen zu schaffen. Es will sich deshalb neue Geschäftsfelder außerhalb der Unterhaltungsbranche und als Logistikexperte erschließen. Der Vertrag mit dem Musikriesen Universal laufe noch bis Ende Mai 2015, hieß es.

Dirk Stelzl

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