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Niedersachsen EWE nach Verlusten auf Sparkurs
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen EWE nach Verlusten auf Sparkurs
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14:11 17.04.2012
Foto: Der Energieversorger EWE geht auf Sparkurs.
Der Energieversorger EWE geht auf Sparkurs. Quelle: dpa
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Oldenburg

 2011 schloss das Unternehmen mit einem Verlust von 281,9 Millionen Euro ab (2010: minus 246,6 Millionen Euro), sagte Vorstandschef Werner Brinker bei der Vorstellung der Bilanz am Dienstag in Oldenburg. „Das ist für EWE ein sehr negatives Ergebnis und zeigt, dass sich das Umfeld stark ändert“, sagte Finanzvorstand Heiko Sanders. Der Umsatz lag 2011 bei knapp 7,46 Milliarden Euro, nach fast 6,97 Milliarden Euro im Vorjahr.

Brinker nannte vor allem Effekte aufgrund der Energiewende und Rückzahlungen an Erdgaskunden als Gründe für den Verlust. Mit rund 400.000 Kunden sei ein Vergleich wegen unwirksamer Preisanpassungsklauseln geschlossen worden. Das habe EWE 2011 mit rund 90 Millionen Euro belastet.

Der Atomausstieg belaste EWE über eine Unternehmensbeteiligung der Bremer Tochter SWB an den Stadtwerken Bielefeld und damit am Atomkraftwerk Grohnde. Das habe zu einer Sonderabschreibung geführt. Der Bielefelder Stadtrat habe eine Rückkaufoption für die SWB-Beteiligung beschlossen. Der Wert betrage rund 200 Millionen Euro.

Als Reaktion auf den Verlust habe EWE Investitionen in Höhe von 200 Millionen Euro gekürzt und Kosten gesenkt. In den kommenden Jahren sollen jeweils weitere 40 bis 50 Millionen Euro Kosten eingespart werden. „Langfristig werden wir EWE auf die erfolgversprechenden Geschäftsmodelle hin ausrichten“, sagte Brinker. Für 2012 rechnet der Vorstandschef wieder mit einem positiven Ergebnis im dreistelligen Millionenbereich und einem leicht wachsenden Umsatz.

Als schwierige Herausforderung bezeichnete Brinker den Anschluss vieler kleiner Anlagen der erneuerbaren Energie an das Stromnetz. Jedes Jahr kämen im EWE-Bereich mehrere tausend Anlagen hinzu, hauptsächlich Photovoltaik, Biogas und Windenergie. In den Ausbau des Netzes müsse viel Geld investiert werden. Brinker forderte den Gesetzgeber auf, Anreize für Investitionen in intelligente Stromnetze zu schaffen.

Der EWE-Konzern bietet neben Strom und Gas auch Dienstleistungen im Bereich Telekommunikation an. Das Unternehmen ist an Offshore-Windparks beteiligt, hat in Bremen ein neues Wasserkraftwerk in Betrieb genommen und baut dort gerade ein modernes Gas- und Dampf-Kraftwerk. Der Konzern beschäftigte 2011 mehr als 8800 Mitarbeiter und plant einen Stellenabbau. Zur Größenordnung äußerte Brinker sich nicht.

dpa

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