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Niedersachsen Edeka Minden-Hannover hübscht NP-Märkte auf
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Edeka Minden-Hannover hübscht NP-Märkte auf
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00:15 10.05.2015
Von Lars Ruzic
Mehr Frische: Edeka wertet seine Discounter-Märkte auf, auch das Personal soll verstärkt werden. Quelle: Christian Schwier/Edeka
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Minden

Niedersachsens größter Lebensmittelhändler, die Edeka Minden-Hannover, will ihre schwächelnde Discount-Tochter NP auf Vordermann bringen. Für gut 120 Millionen Euro sollen die fast 400 Filialen in den kommenden Jahren aufgehübscht und stärker auf Frischware ausgerichtet werden. „Das NP-Konzept ist in die Jahre gekommen, wir müssen etwas tun“, sagte der Vorstandssprecher von Deutschlands größter Edeka-Regionalgesellschaft, Mark Rosenkranz am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Minden.

Die Tochter NP mit rund 900 Millionen Euro Umsatz ist als regionaler Discounter ein Exot in der deutschen Handelslandschaft. Bundesweit wird das Segment beherrscht von den „vier Großen“, Aldi, Lidl, Penny und Netto - Letzterer gehört übrigens ebenfalls zum Edeka-Verbund, ist also ein hauseigener Wettbewerber. Seit Jahren entwickele sich NP unterdurchschnittlich, räumte Rosenkranz ein. Zuletzt haben die Mindener sogar ein Dutzend Märkte schließen müssen. Ins Jahr 2015 ist NP auch deshalb mit einem Umsatzminus gestartet.

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Neues Konzept: „NP Plus“

Ein Konzept namens „NP plus“ soll nun Besserung bringen. Die Läden - allein 30 gibt es in der Region Hannover - werden umfangreich modernisiert, der Anteil von Frische-Produkten wie Obst, Backwaren und Fleisch wird kräftig angehoben. Zusätzliches Personal und umfangreiche Schulungen der bestehenden Mannschaft sollen die Service-Qualität verbessern. Bei sechs Märkten haben die Mindener das neue Konzept schon getestet. Sie hätten 30 Prozent Umsatzplus verzeichnet, so der Konzernchef.

Die Discounter haben derzeit branchenweit zu kämpfen, sie sollen nach Berechnungen der Marktforscher von GfK im ersten Quartal sogar spürbare Umsatzeinbußen erlitten haben - allen voran NP-Hauptkonkurrent Aldi Nord mit einem Minus von 3,6 Prozent. Inzwischen setzen alle auf mehr Frische und ansehnlichere Produktpräsentation. Die Zeit, da die Discounter nur Paletten aufstellten, sind vorbei.

Rosenkranz rechnet mit Umsatzplus

Nur langsam kommt die Edeka Minden beim Umbau der Bäckerei-Tochter Schäfer’s voran. Die Zahl der Filialen, die der Konzern an Existenzgründer - meist aus der eigenen Belegschaft - abgegeben hat, ist binnen Jahresfrist um 30 auf 110 gestiegen. Noch mehr als 300 warten auf Vermittlung. Rosenkranz hofft, in den kommenden drei Jahren zumindest die Hälfte davon losschlagen zu können. Ende 2012 hatte die Edeka Minden beschlossen, die Backwarentochter, deren größter Fertigungsstandort in Lehrte steht, zu zerschlagen und die Filialen an die selbstständigen Edeka-Einzelhändler und Firmengründer abzugeben. Gut zehn Prozent der Läden wurden seitdem auch schlicht geschlossen. Heute kommt Deutschlands größter Filialbäcker noch auf rund 800 Filialen.

Insgesamt rechnet Rosenkranz in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von 2,3 Prozent. In den ersten vier Monaten liege man bereits bei 2,6 Prozent, rechnete er vor. Im Verbreitungsgebiet zwischen niederländischer und polnischer Grenze erwirtschaften die Unternehmer im Edeka-Verbund mit fast 67.000 Mitarbeitern fast 16 Milliarden Euro Umsatz. Mehr als 31 000 Beschäftigte entfallen auf Niedersachsen.

Albrecht Scheuermann 06.05.2015
Lars Ruzic 09.05.2015
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