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Niedersachsen Einkommen der Landwirte in Niedersachsen sinkt erneut
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Einkommen der Landwirte in Niedersachsen sinkt erneut
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22:03 25.11.2010
Auch wegen der schlechten Kartoffelernte steigen derzeit die Preise für die Verbraucher.
Auch wegen der schlechten Kartoffelernte steigen derzeit die Preise für die Verbraucher. Quelle: dpa
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Niedersachsens Landwirte haben erneut Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Im Durchschnitt aller Betriebe betrug das Ergebnis im Berichtsjahr 2009/2010 (1. Juli bis 30. Juni) rund 43.000 Euro. Damit sei es um 3,9 Prozent niedriger als im Vergleich zum unterdurchschnittlichen Vorjahreszeitraum, sagte der Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Arendt Meyer zu Wehdel, am Donnerstag in Oldenburg. Etwa die Hälfte des Einkommens kommt nach Kammerangaben von der EU. An Direktzahlungen seien 875 Millionen Euro bewilligt worden.

Mit Blick auf die ab 2013 in Frage stehenden EU-Subventionen forderte Wehdel einen längeren Zeitrahmen. Man könne nicht in nur zwei Jahren „die Betriebe in die Märkte entlassen.“ Schon jetzt müssten die Landwirte auf die niedrigen Einkommen strukturell reagieren und die Produktion ausbauen. Gerade im Nordwesten gebe es viele kleine Höfe und deshalb eine Veredlungsdichte, sagte Wehdel. Je begrenzter die Ressourcen, desto höher die Konzentration der Tierhaltung. Wehdel beklagte in diesem Zusammenhang, dass die Landwirtschaft von Teilen der Gesellschaft komplett in Frage gestellt werde. Die Bauern stünden für Landschaftsschutz und Tierwohl.

Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre lag das Unternehmensergebnis bei knapp 47.000 Euro. Wehdel wies daraufhin, dass es sich dabei nicht um den Gewinn des Landwirts handelt. Von diesem Betrag müssten noch private Steuern, Versicherungen, Lebenshaltungskosten sowie Neuinvestitionen abgezogen werden. Die Entwicklung der Zahlen „kann keinen Landwirt in Niedersachsen beruhigt in die Zukunft blicken lassen.“

Für das laufende Wirtschaftsjahr wollten die Agrarexperten keine Prognose abgeben. Aufgrund gestiegener Futtermittelpreise werde die Lage für die Schweine- und Geflügelhalter schwieriger, sagte Herbert Funk von der Landwirtschaftskammer. Im Ackerbau sehe es durch höhere Getreidepreise tendenziell besser aus, ebenso in der Milchviehhaltung durch den deutlich höheren Milchpreis und einer guten Exportnachfrage.

dpa