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Niedersachsen Expert bietet Hilfe vom Handy-Doktor
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen

Eletronikmärkte: Expert bietet Hilfe vom Handy-Doktor

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18:00 03.07.2019
Der Expert-Vorstand ist mit der Bilanz 2018 zufrieden – von links: Christian Hesse, Stefan Müller und Frank Harder. Quelle: Rainer-Droese
Langenhagen

Der Elektronikhändlerverbund Expert will verstärkte junge Kunden in die Geschäfte locken. Der Konzern bietet dafür erstmals einen niedrigen Einsteigertarif für den Mobilfunk und richtet seine Serviceangebote neu aus. Die Märkte müssten generell auf neue Trends schneller reagieren, sagte Vorstandschef Stefan Müller am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in Langenhagen: „Da haben wir Handlungsbedarf.“

Aufholen muss die Expert-Gruppe nach eigener Einschätzung vor allem in der Telekommunikation und in der Informationstechnologie – in beiden Bereichen haben sich Händler im vergangenen Geschäftsjahr deutlich schlechter geschlagen als der Markt. Auch das Plus beim Absatz von Elektrohaushaltsgeräten konnte nicht verhindern, dass der Umsatz im Großhandel zuletzt um 1,2 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro absackte. Der Gewinn hingegen verdoppelte sich nahezu auf 5,9 Millionen Euro. Man habe Investitionen verschoben und rechtzeitig die Kosten reduziert, sagte Finanzvorstand Gerd-Christian Hesse.

„Handy-Doktor“ soll sofort helfen

Das Smartphonegeschäft will man bei Expert mit neuen Serviceangeboten ankurbeln. Zusammen mit einem Dienstleister bieten bereits 100 der insgesamt 275 Fachmärkte an, alte Geräte anzukaufen. Darüber hinaus sollen die Kunden Hilfe beim Management ihrer Daten und Apps bekommen – auch die Sofortreparatur von Mobiltelefonen soll in den Geschäft möglich werden.

Mit dem Smartphone-Einsteigertarif für 8,99 Euro monatlich und dem „Handy-Doktor“ wollen die Expert-Händler vor allem Jugendliche in die Geschäfte locken, um diese nicht frühzeitig an die Konkurrenz im Internet zu verlieren. „Es geht nicht, dass wir hier kein Angebot haben“, sagte Vorstandsmitglied Frank Harder. Das Durchschnittsalter der Kunden im stationären Handel liege aktuell bei rund 40 Jahren.

„Der hybride Kunde ist da“

Auch im Onlinegeschäft hinkt Expert der Konkurrenz hinterher. Während Wettbewerber Umsatzanteile im zweistelligen Prozentbereich vorweisen können, will man in Langenhagen über das Internet erst bis Ende 2022 Erlöse von 200 Millionen Euro erreichen – das entspräche einem Anteil von 8 Prozent, hieß es. „Wir sind hier auf einem guten Weg“, sagte Harder. Auch bei Expert dürfe es zwischen dem Handel vor Ort und im Netz keinen Unterschied mehr geben: „Der hybride Kunde, der beides will, ist da.“

Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich das Management zuversichtlich. Von Januar bis April habe sich das eigene Geschäft besser entwickelt als der Gesamtmarkt – insbesondere in der Telekommunikation habe Expert aufgeholt, sagte Vorstandschef Müller. Auch in der Unterhaltungselektronik und bei Haushaltsgeräten gebe es deutliche Zuwächse. Für die Sparte Entertainment erhofft man sich Impulse durch Computerspiele, um die Einbrüche beim Verkauf von Musik und Filmen auszugleichen: Durch Streaming-Dienste wie Spotify und Netflix habe sich das Geschäft mit CDs und DVDs überlebt, hieß es.

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