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Niedersachsen Erste große Biomolkerei in Niedersachsen
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00:16 21.02.2016
Von Carola Böse-Fischer
Das Milchunternehmen Ammerland will in den Markt für Biomilch einsteigen. Quelle: dpa/Symbolfoto
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Hannover

Die Nummer zwei in Niedersachsen nach Deutschlands größtem Molkereikonzern Deutsches Milchkontor (DMK) will vom ungebrochenen Bio-Boom profitieren und seinen Bauern eine Alternative zu den Dauerniedrigpreisen für herkömmliche Milch anbieten.

Rund 60 von
500 Landwirten, die sich über die Pläne von Ammerland informiert haben, werden nun ihre Betriebe in den nächsten eineinhalb Jahren auf ökologische Wirtschaftsweise umstellen, wie Hinrichs berichtete. Dadurch bekomme Ammerland eine Verarbeitungsmenge von 30 Millionen Kilogramm Biomilch.

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Starke Nachfrage nach Bioprodukten

Gemessen an der gesamten Menge von 1,6 Milliarden Kilogramm, die Ammerland jährlich zu Trinkmilch, Käse und Butter verarbeitet und so zuletzt über 640 Millionen Euro umsetzte, ist das zunächst ein verschwindend geringer Anteil. Hinrichs geht aber davon aus, dass die Bioproduktion deutlich ausgedehnt wird. Von den rund 700 Millionen Kilogramm Biomilch, die hierzulande erzeugt werden, lieferten allein bayerische Biobauern die Hälfte. Nur 6 Prozent kämen aus Niedersachsen. Hier gebe es also großen Nachholbedarf.

Wegen der stark wachsenden Nachfrage der Konsumenten nach Bioprodukten aus regionaler Erzeugung hat der Lebensmittelhandel laut Hinrichs bereits „ein starkes Interesse“ an der Biomilch von Ammerland angemeldet. Über Handelskonzerne wie Rewe sollen zunächst Frisch- und H-Milch verkauft werden. Im zweiten Schritt werde die Produktpalette auf Schnittkäse und Butter erweitert. Später sei auch an eine Vermarktung über den Bio-Fachhandel gedacht.

Ammerland sieht Wachstumsperspektiven

Der Einstieg in das Biosegment bietet nach Überzeugung von Ammerland Milchbauern und Molkerei gute Wachstumsperspektiven. Starker Anreiz für die Landwirte sei vor allem der Preis, den sie von der Molkerei für die Biomilch bekommen. Mit etwa
 50 Cent je Kilogramm oder Liter ist er derzeit doppelt so hoch wie für herkömmliche Milch, wie Hinrichs sagte.
Nicht nur aus diesem Grund wollten wieder mehr Bauern auf Bio umstellen, sagte Landwirtschaftsminister Christian Meyer am Donnerstag der HAZ. Der Grünen-Politiker verweist auch auf eine verbesserte Förderung für die Landwirte.

Meyers Ministerium hat die Prämie für Betriebe, die auf Bio umstellen, bereits von 262 auf 364 Euro je Hektar Acker und Grünland erhöht. Um die Neuausrichtung noch attraktiver zu machen, will er den Satz, der zwei Jahre lang gezahlt wird, auf rund 400 Euro anheben. Allerdings muss dies von der EU-Kommission noch genehmigt werden. Gleiches gilt für die geplante Anhebung der sogenannten Beibehaltungsprämie für weitere drei Jahre. Sie soll von jetzt 234 auf 273 Euro aufgestockt werden.

Je mehr Bauern umstellen, desto eher könnte die Molkerei Ammerland mit ihrer Biomilch Konkurrenz bekommen, schätzen Branchenkenner. Marktführer DMK beobachte den Markt genau, wie ein Konzernsprecher sagte. Entschieden sei jedoch noch nichts.     

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