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Niedersachsen Expert hängt die Konkurrenz ab
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Expert hängt die Konkurrenz ab
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16:17 18.06.2010
Von Lars Ruzic
Expert-Zentrale in Langenhagen Quelle: Michael Thomas
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Die Trends im Elektrohandel spielen derzeit den Händlern des Expert-Verbunds in die Karten. Mit einem 10-prozentigen Umsatzplus auf 1,7 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2009/10 (31. 3.) lösten die Langenhagener die Konkurrenten von Euronics an der Spitze der Fachhandelskooperationen ab und bilden damit die größte Elektrokette in Deutschland nach der Metro-Tochter Media-Saturn. „Wir sind in allen Segmenten stärker gewachsen als der Gesamtmarkt“, sagte Expert-Chef Volker Müller am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Hannover.

Die selbsternannten „Experten“ profitieren davon, dass der Verbraucher allen Krisen zum Trotz bei Elektrogeräten weniger auf den Preis als auf Qualität und Nachhaltigkeit der Produkte achtet und von seinem Händler umfassende Beratung und Service rund um das Gerät fordert. „Der Kunde weiß, dass wir hier einen Tick mehr bieten“, sagte Müller. Ob bei 40-Zoll-Flachbildfernseher, energiesparender Marken-Waschmaschine oder Kaffeevollautomat – überall hängen die 243 selbstständigen Händler, denen die Expert AG gehört, derzeit die Konkurrenz ab.

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Ein Großteil des üblicherweise vor einer Fußball-WM einsetzenden Verkaufsbooms bei TV-Geräten wurde offenbar bei den Expert-Händlern abgewickelt. Denn in den ersten beiden Monaten des neuen Geschäftsjahrs, April und Mai, legte der Konzern um 20 Prozent zu, so dass Müller auf Jahressicht abermals einen zweistelligen Zuwachs für möglich hält. Doch der größte Wachstumstreiber sind die großen Haushaltsgeräte. Hier legten die Expert-Umsätze 2009/10 um 22 Prozent zu – wohl auch, weil ein Teil der Kunden des verschwundenen Versandhändlers Quelle zu Expert wechselte.

Besonders groß sind die Unterschiede zur Konkurrenz bei Handys: Schrumpfte der Gesamtmarkt um ein Zehntel, legten die Langenhagener um 9 Prozent zu. Grund sind vor allem die glänzenden Geschäfte mit dem gefragten Multimedia-Handy iPhone. Niemand in Deutschland verkaufe mehr der Apple-Telefone als Expert, berichtete Müller – nicht einmal die Filialen des Apple-Partners Telekom.

Für das angelaufene Geschäftsjahr rechnet der Expert-Chef mit bis zu 15 Neueröffnungen, in Niedersachsen ist allerdings kein Fachmarkt darunter. Die Expert-Gesellschafter betreiben derzeit 430 Läden und beschäftigen rund 8000 Mitarbeiter. In der Expert-Zentrale, die als Großhändler für ihre Eigentümer fungiert, soll die Zahl der Mitarbeiter um gut 30 auf 375 steigen.

Einen Teil der Expansion übernimmt seit zehn Jahren die Expert Handels GmbH, in der alle Märkte zusammengefasst sind, die der Konzern in Eigenregie betreibt, weil sich kein Unternehmer dafür finden ließ. Sie kommt inzwischen auf 14 Läden, 360 Mitarbeiter und mehr als 100 Millionen Euro Umsatz. Erstmals schüttet die Tochter einen Teil ihres Gewinns an die Aktionäre aus. Insgesamt steige die Dividende der nicht frei gehandelten Aktien damit auf 410,50 Euro pro Papier – das entspricht einer Dividendenrendite von 16 Prozent.