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Niedersachsen Verbraucherzentrale Bremen ist insolvent
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Verbraucherzentrale Bremen ist insolvent
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14:41 22.02.2019
Annabel Oelmann, Chefin der Verbraucherzentrale Bremen: Leistungsangebot ist „vollumfänglich sichergestellt“. Quelle: dpa-tmn
Hannover

Verbraucherzentralen beraten normalerweise Bürger bei Fragen zu Produkten und Verträgen. Die Bremer Verbraucherzentrale braucht nun allerdings selbst Hilfe: Sie hat Insolvenz angemeldet, weil sie für die Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter nicht genügend Geld zurückgelegt hat. Mit Unterstützung von Rechtsanwälten und einem Insolvenzberater werde man sich wirtschaftlich neu aufstellen, teilte der staatlich geförderte Verein am Dienstag mit.

Der Spott aus der Finanzbranche ließ nicht lange auf sich warten. „Ähm, war der Schwerpunkt der insolventen @VZHB nicht ausgerechnet Finanzen???“, fragte Andreas K. Gruber, Kommunikationschef der Online-Bank DKB, auf Twitter. Der Bundesverband Finanzdienstleistung, der viele Versicherungsmakler vertritt, veröffentlichte sogar eine Pressemitteilung zur „Causa Verbraucherzentrale Bremen“.

Bereits seit Jahren kritisiere man die „mangelnde Qualifizierung der Mitarbeiter von Verbraucherzentralen gerade in Fragen der Altersvorsorge“, schreibt der Verband. Diese müssten ihre Sachkunde nicht nachweisen – gewerblich tätige Finanzmakler hingegen durchaus. Trotzdem wüssten die Verbraucherschützer immer alles besser: „Ständig müssen sich unsere Mitglieder von den vermeintlichen Verbraucherschützern pauschal und ohne belastbare Grundlage vorhalten lassen, provisionsexzessiv und qualitativ schlecht zu beraten.“

Laut einem Bericht des „Weser-Kurier“ hat die Verbraucherzentrale aufgrund eines Versehens über Jahre zu wenig Geld für die Betriebsrenten ihrer Mitarbeiter zurückgelegt. Die Verbraucherschützer selbst betonen, dass das Tagesgeschäft weiterlaufe: Man saniere sich in Eigenverwaltung, die Geschäftsführung bleibe im Amt und könne „uneingeschränkt agieren“. Die Gehälter der Mitarbeiter seien gesichert, das Leistungsangebot sei „vollumfänglich sichergestellt“. Auch zum Thema Altersvorsorge werden die Verbraucher also weiterhin beraten.

Von Christian Wölbert

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