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Niedersachsen Finanzspritze für die Nord/LB verzögert sich
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen

Finanzspritze für die Nord/LB verzögert sich

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21:19 22.08.2019
Muss länger auf frisches Kapital warten: Die Norddeutsche Landesbank in Hannover. Quelle: Ole Spata/dpa
Hannover

Die Rettung der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) verzögert sich. Wie das Geldinstitut am Donnerstagabend mitteilte, kann die vereinbarte Kapitalspritze in Milliardenhöhe erst im vierten Quartal kommen – statt im dritten. Die Bank begründete dies unter anderem mit der noch ausstehenden Zustimmung der EU-Kommission. Zudem müssten die Landesparlamente der Nord/LB-Eigentümer Niedersachsen und Sachsen-Anhalt die Pläne noch billigen. Auch war von der „Komplexität des Verfahrens und wechselseitigen Abhängigkeiten“ die Rede.

Träger zahlen Milliarden für die Rettung

Die Nord/LB war wegen Belastungen durch faule Schiffskredite in Schieflage geraten. Die Vereinbarung der Träger sieht vor, dass Niedersachsen 1,5 Milliarden Euro und Sachsen-Anhalt rund 200 Millionen Euro zahlen sollen. Die Sparkassengruppe steuert 1,1 Milliarden Euro bei. Zu dem Rettungspaket gehören auch Kreditgarantien des Landes Niedersachsen in Höhe von 800 Millionen Euro. Die Bankenaufsicht hatte eine Frist gesetzt, wonach die Kapitalspritze Anfang September angekommen sein muss.

Die Beteiligten wollten aber die Entscheidung der EU-Kommission abwarten, ob die Rettung durch die Länder und die Sparkassengruppe mit europäischem Wettbewerbsrecht vereinbar ist. Mit dem entsprechenden Staatsvertrag müssen sich auch noch die Landtage befassen. Vorher fließt kein Geld. Die Nord/LB befinde sich „mit den maßgeblichen Aufsichtsbehörden in laufendem engen Austausch“, erklärte das Kreditinstitut. Der Vorstand rechne „angesichts der erzielten kontinuierlichen Fortschritte“ bei der Neuausrichtung der Bank damit, dass die Kapitalspritze und Umsetzung weiterer Kapitalmaßnahmen im vierten Quartal erfolgten, hieß es.

Geldinstitut soll schrumpfen

Die Landesbank soll sich künftig vor allem auf das Firmenkundengeschäft, Immobilienfinanzierungen, Spezialfinanzierungen etwa für erneuerbare Energien sowie das Privatkundengeschäft konzentrieren. Die Mitarbeiterzahl soll in den kommenden fünf Jahren von 5500 auf dann 2800 bis 3000 Vollzeitstellen verringert werden. Die Bankenaufsicht pocht darauf, dass das Geldhaus möglichst schnell wieder eine höhere Kapitalquote erhält.

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Von dpa