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Niedersachsen Luftfahrt-Branche will weiteren Chaos-Sommer verhindern
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17:36 08.04.2019
Sicherheitskontrolle am Frankfurter Flughafen im Juni 2018: Die Osterferien sind der erste Härtetest in diesem Jahr. Quelle: dpa
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Frankfurt am Main/Hannover

In den kommenden Tagen wird es ernst an den großen deutschen Flughäfen. Am Wochenende beginnen die Osterferien in Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen, und Hunderttausende Urlauber drängen an die Gates. Dann wird sich zeigen, ob sich das Chaos der vergangenen Saison mit zahlreichen Flugausfällen und extremen Wartezeiten wiederholt – oder ob Airlines, Flughäfen und Behörden dieses Mal besser vorbereitet sind.

Der Flughafenverband ADV sieht seine Mitglieder gut vorbereitet: Allerorten werde das Personal aufgestockt, Prozesse würden optimiert. Der Schwerpunkt liegt auf den Sicherheitskontrollen. Bislang können einzelne Passagiere, die minutenlang ihren Kosmetikbeutel suchen, ganze Kontrollstellen lahmlegen. Nun werden die Bereiche so umgebaut, dass Passagiere einzelne Trödler überholen können. Allein diese simple Maßnahme soll die Kontrollen spürbar beschleunigen.

Auch in Hannover laufen solche Umbauten. „Dann können sich drei Passagiere zeitgleich auf ihre Kontrolle vorbereiten und gegebenenfalls überholen“, erklärt eine Sprecherin. Außerdem entsteht ein Verbindungsgang, der die Verteilung der Passagiere auf alle Terminals ermöglicht und so ebenfalls Wartezeiten verringern soll. Rechtzeitig zum Sommer werden die Arbeiten allerdings nicht abgeschlossen sein. Auch die meisten anderen Flughäfen bauen noch – nur in München, Hamburg und Frankfurt gibt es die neuen Kontrollspuren schon jetzt.

Boeing-Absturz trifft Airlines

Auch die Airlines hatten im vergangenen Jahr kräftig zum Chaos beigetragen. Sie wollten nach der Pleite von Air Berlin möglichst große Marktsegmente besetzen, die engen Flugpläne führten dann aber zu Verspätungen und Flugausfällen. Lufthansa und Co. haben sich im laufenden Jahr beschränkt und stellen mehr Reserveflugzeuge und Crews bereit. Allein der Lufthansa-Konzern wendet nach Angaben von Vorstand Detlef Kayser eine Viertel-Milliarde Euro für einen stabileren Betrieb auf.

Wegen der Flugverbote für Boeings 737 Max nach dem Absturz einer Maschine in Äthopien sind Mittelstreckenflugzeuge allerdings schon jetzt ein knappes Gut. Davon ist insbesondere der Reisekonzern TUI getroffen, dem 23 fest eingeplante Jets auf ungewisse Zeit bis zur Wiederfreigabe des Flugzeugtyps fehlen. Auf 200 Millionen Euro hat TUI-Chef Friedrich Joussen die Mehrkosten bis Mitte Juli beziffert, wenn auslaufende Leasingverträge verlängert und neue Mietverträge abgeschlossen werden. Bleiben die Boeings noch länger am Boden, wird es schnell noch teurer.

Die mit Abstand größte Baustelle bleibt derweil die bundeseigene Deutsche Flugsicherung GmbH, bei der rund 2000 Lotsen arbeiten. Wie viele zur Bewältigung der kommenden Verkehrsspitzen insbesondere im oberen Luftraum fehlen, ist umstritten: DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle beziffert die Lücke auf 90 Leute, während die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) mindestens 200 neue Kollegen will.

Ihr Vorsitzender Matthias Maas wirft Scheurle vor, die Ausbildung seit seinem Amtsantritt 2013 kaputt gespart zu haben und auch seit der Sommer-Krise nicht entschlossen genug umzusteuern. Der DFS-Chef verweist hingegen auf eine Reihe von bereits eingeleiteten Maßnahmen, die Flüge zu bündeln und effizienter zu ordnen. Auch wurden fertig ausgebildete Lotsen aus dem Ausland angeworben und die Kapazität der eigenen Ausbildungsakademie hochgefahren. Kurzfristig benötigt die DFS aber die Mehrarbeit ihrer Bestandslotsen und dafür wiederum die Kooperation der GdF. Eine Einigung dazu steht noch aus.

Von Christian Ebner und Christian Wölbert

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