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Niedersachsen Folienhersteller trotzt Flaute in Europa
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Folienhersteller trotzt Flaute in Europa
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06:15 11.06.2012
Von Lars Ruzic
Christian Tkocz fährt eine neue Anlage hoch: Benecke-Kaliko stärkt die Produktion in Hannover. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Mit einem Umsatzplus von 7 Prozent im ersten Quartal liege das Unternehmen deutlich über dem Wachstum des Marktes und auch von ContiTech. In den kommenden Monaten könne das Plus sogar noch höher ausfallen.

Benecke-Kaliko ist auf hochwertige Kunststofffolien für den Fahrzeuginnenraum spezialisiert und setzte damit zuletzt 320 Millionen Euro um. In Europa dominiert das Unternehmen mit einem Anteil von gut 50 Prozent den Markt. Die aktuell schwachen Autoabsatzzahlen auf dem Kontinent spüre Benecke-Kaliko dennoch nicht, weil sie eher die unteren Preissegmente beträfen, sagte Firmenchef Dirk Leiß. „Die guten Geschäfte in der Premium- und der oberen Mittelklasse überdecken die Schwächen bei anderen Herstellern.“

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Zudem kämen immer mehr kleine Modelle auf den Markt, die gleichwohl mit aufwendiger Innenausstattung Kunden für sich gewinnen wollten. Als Beispiele nannte Leiß den Audi A1, den Mini oder den Peugeot 208. Dass das heimische Geschäft brummt, zeigt sich an der Auslastung im Stammwerk. In einigen Bereichen werde nahezu rund um die Uhr produziert, berichtete der Benecke-Chef. In Vinnhorst arbeitet jeder zweite der weltweit 1700 Beschäftigten.

Noch erfreulicher entwickele sich das Geschäft in Nordamerika und Asien, wo Benecke-Kaliko mit seinen Verkleidungen für Instrumententafeln, Türen oder Sitze zweistellige Wachstumsraten erziele. Auf diesen Märkten dominierte im Innenraum bislang eher schlichtes Ambiente. Doch auch dort wandele sich der Geschmack, sagte Leiß. Bei den drei großen US-Herstellern sei Benecke-Kaliko inzwischen im Geschäft, zudem statte man die aktuelle US-Erfolgsmodelle von Volkswagen aus. „Und wir haben noch einiges im Köcher für das nächste Jahr.“

So gut geht es nicht allen Autozulieferern innerhalb der Continental-Tochter ContiTech. „Wir spüren die nachlassende Konjunktur“, berichtete Wente. Zwar sei man bei Erlösen und Ergebnissen „auf Linie. Aber wir müssen viel mehr dafür kämpfen.“ Bei Investitionen schaue er bereits wieder genauer hin, „ob sie gerade jetzt nötig sind“, sagte der ContiTech-Chef. Der Kautschukspezialist, der neben Folien auch Schläuche oder Förderbänder herstellt, hatte im ersten Quartal zwar seinen Umsatz um 4 Prozent auf 923 Millionen Euro steigern können, das operative Ergebnis der Conti-Sparte schrumpfte allerdings um 3 Prozent auf 113 Millionen Euro.

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