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Niedersachsen Forschungsausgaben schmälern Gewinn bei KWS
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Forschungsausgaben schmälern Gewinn bei KWS
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20:12 28.05.2015
Von Carola Böse-Fischer
Jedes Jahr stellt KWS 50 bis 60 neue Forscher am Stammsitz in Einbeck ein. Quelle: KWS
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Hannover

Die konsequente Stärkung von Forschung und Entwicklung zahlt sich für den Saatguthersteller KWS aus. Obwohl die Preise für Agrarprodukte wie Getreide, Mais oder Zuckerrüben deutlich gesunken sind, konnte das Einbecker Unternehmen seinen Umsatz in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs 2014/2015 (30. 6.) um fast 7 Prozent auf knapp 778 Millionen Euro steigern. Gelungen ist dies durch Marktanteilsgewinne aufgrund „starker Sortenleistungen“, wie das im S-Dax notierte Unternehmen gestern berichtete. Das Betriebsergebnis (Ebit) sank gegenüber der Vorjahreszeit von 145,8 auf 140,1 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr bekräftigte KWS-Finanzchefin Eva Kienle die Prognose. Demnach erwartet sie 2014/2015 bei den Erlösen ein Plus von gut 7 Prozent auf rund 1,27 Milliarden Euro und eine Marge von etwa 10 Prozent beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Das wären rund 127 Millionen Euro. 2013/2014 hatte das Ebit 138,4 Millionen Euro und 2012/2013 sogar mehr als 152 Millionen Euro betragen. Die Börsianer konnte KWS nicht überzeugen. In einem allerdings insgesamt schwachen Markt büßte die KWS-Aktie zeitweise mehr als ein Prozent ein.

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Der Ausbaus der Forschung und Entwicklung (F&E) neuer Pflanzensorten sowie der Vertriebsaktivitäten schmälert den Gewinn, wie ein KWS-Sprecher erläuterte. Das werde jedoch bewusst in Kauf genommen, um neue Wachstumsmärkte für den weltweit viertgrößten Saatguthersteller zu erschließen. 2014/2015 sollen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf mehr als 160 Millionen Euro steigen, das sind etwa 13 Prozent des Konzernumsatzes.

Gleichzeitig sind die Investitionen kräftig erhöht worden. Insgesamt erreichten sie nach den ersten drei Geschäftsquartalen über 95 Millionen Euro verglichen mit gut 37 Millionen Euro vor Jahresfrist. Ein großer Teil davon wurde für die Komplettübernahme des französischen Saatgutunternehmens Societé de Martinval (Momont) verwendet, wie der Firmensprecher erklärte. Damit wolle KWS sein Geschäft mit Getreidesaatgut ausbauen. Zwar sei Momont mit einem Umsatz von 20 Millionen Euro vor allem im französischen Markt stark vertreten, aber künftig werde die gesamte Getreidesparte von KWS von der Übernahme profitieren.

Außerdem wurden den Angaben zufolge am Stammsitz Einbeck ein neues Bürogebäude für etwa 8 Millionen Euro gebaut, das Platz für 200 neue Arbeitsplätze schafft. Das sei nötig, weil KWS jedes Jahr 50 bis 60 neue Mitarbeiter vorwiegend in der Forschung einstelle, die untergebracht werden müssten, sagte der Firmensprecher. Insgesamt arbeiten in Einbeck derzeit rund 1400 Beschäftigte. In der KWS-Gruppe sind es mehr als 4750, im Vorjahr waren es über 4200 Mitarbeiter. Die Zunahme resultiert neben Neueinstellungen aus der Übernahme von Momont, wie es hieß.

Künftig firmiert der Saatguthersteller als Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea). Seit April sei die Umwandlung mit der Eintragung ins Handelsregister rechtskräftig, teilte das Unternehmen mit. Die KWS Saat AG heißt damit jetzt KWS Saat SE.

Albrecht Scheuermann 27.05.2015
26.05.2015